Primark: Neuer Hilferuf in Kleidung gefunden

Primark: Neuer Hilferuf in Klamotten gefunden

Krass! Nach einem Einkauf bei Primark, entdeckte ein englischer Familienvater einen Zettel mit chinesischen Schriftzeichen in seinen neuen Socken und zeigte ihn seiner Tochter Lucy. Das neugierige Mädchen postete ein Foto des Zettels bei Instagram und fragte, ob ihr jemand den Brief übersetzen könnte. Schon kurze Zeit später erhielt sie Antworten von einigen chinesischsprechenden Nutzern.

 

PLEASE SHAREmy dad bought some socks from Primark a week ago and this note was found folded up in one of the socks.rough translations are below

Posted by Lucy Kirk on Donnerstag, 10. Dezember 2015

 

Der Mann names Ting Kun Ding schreibt, dass er entführt und ins Gefängnis gesteckt wurde, nachdem er den chinesischen Beamten in seiner Provinz Korruption vorgeworfen hatte. Doch damit noch nicht genug: Er und seine Frau seien von chinesischen Behörden gefoltert worden. Seine Frau sei anschließend in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden und sein Vater wurde im Krankenhaus ermordet. Ting Kun Ding gibt eine Telefonnummer an, die angeblich seinem Bruder gehört und wünscht sich, dass sein Brief veröffentlicht wird. Unter dem Hashtag #helptingkunding hat sich die Botschaft schnell in den sozialen Netzwerken verbreitet.

 

Die Anschuldigen wurden teilweise sogar bestätigt

Der Parteisekretär eines Dorfes in Anhui bestätigt die Existenz von Ting Kun Ding. Der Mann soll aktuell tatsächlich in Untersuchungshaft sein und schon mehrmals gegen die Regierung gewettert haben. In Peking habe er wegen ungerechter Bedingungen an seinem Arbeitsplatz protestiert und umgerechnet 7000 Euro von der dortigen Regierung erhalten.

Zu den Anschuldigungen rund um Ting Kun Dings Familie konnte der Parteisekretär nichts sagen. Der Vater soll zwar im vergangenen Jahr gestorben sein, allerdings aus Krankheitsgründen. Seine Frau hätte sich außerdem selbst in die Psychiatrie eingewiesen. Auch Primark hat sich offiziell zu der Geschichte geäußert und sagte, dass sie den Fund sehr ernst nehmen und ihn untersuchen würden.

 

Nicht der erste Vorfall bei Primark

Schon vor einigen Monaten fanden drei Kundinnen in Kleidungsstücken von Primark eingenähte schriftliche Hilferufe, in denen sich asiatische Textilarbeiter über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken beschwerten. Die Botschaften entpuppten sich allerdings ziemlich schnell als Fälschungen.

Primark selbst teilte mit, dass die Botschaften vom selben Urheber stammten. Die Kleidungsstücke seien jedoch von verschiedenen Lieferanten in unterschiedlichen Ländern hergestellt worden, sodass es „fast unmöglich“ sei, dass sie tatsächlich von Arbeitern in den Fabriken eingenäht worden seien.