Klick nicht weg! BRAVO und Familienministerin Schröder gemeinsam gegen Cybermobbing

Familienministerin Schröder und BRAVO-Chefredakteur Philipp Jessen

Denn es muss etwas passieren, bevor was passiert!

Politiker in Deutschland reden gern über die Jugend. Sie sagen Sätze in Kameras und Mikrofone, die schön klingen. Sätze wie: "Die Jugend ist unsere Zukunft!" und "Wir müssen die nächste Generation fördern und schützen!" Aber wer redet eigentlich MIT den Jugendlichen und nicht nur ÜBER sie? Fast niemand. Leider.

Die deutsche Familienministerin Kristina Schröder ist anders. Die 34-jährige CDU-Politikerin hat sich mit BRAVO in ihrem Büro in Berlin verabredet, um ein Thema anzusprechen, das ihr ganz besonders am Herzen liegt Cybermobbing! Um es gleich vorwegzusagen: Dies ist kein normales Interview – sondern der Start einer gemeinsamen Kampagne von BRAVO und dem Bundesfamilienministerium gegen Mobbing im Internet. Denn es muss was passieren – bevor was passiert!

Familienministerin Schröder
Familienministerin Schröder

BRAVO: Frau Ministerin, wurden Sie auch schon mal im Internet gemobbt?

Schröder: Zumindest wurde ich oft beschimpft. Das geschieht leider zwangsläufig, wenn man als öffentliche Person in sozialen Netzwerken aktiv ist. Ich bin bei Facebook und Twitter. Bei Twitter wurde ich mehrfach unter der Gürtellinie angegriffen.

Meiner Erfahrung nach fällt es bei Twitter leichter zu mobben als bei Facebook. Ich denke, es liegt daran, dass man bei FB zurückverfolgen kann, wer was geschrieben hat. Bei Twitter kann sich jeder hinter einem Fantasie-Namen wie "Wurstbrot79" verstecken und dann andere beschimpfen. Das Gefühl, nicht entdeckt werden zu können, senkt die Hemmschwelle. Das ist aber natürlich unglaublich feige und gemein! Und falsch auch, weil man natürlich trotzdem gefunden werden kann.

Frau Schröder ist selbst Mutter
Frau Schröder ist selbst Mutter

BRAVO: Hat Sie diese Beleidigung getroffen?

Schröder: Jede persönliche Beleidigung tut weh. Auch wenn sie dumm ist. Und von einem Unbekannten kommt.

BRAVO: Haben Sie der Person geantwortet?

Schröder: Das sollte man nicht tun! Damit gibt man diesen Menschen doch nur Bestätigung! Ich stelle mich gerne kritischen Fragen zu meiner Politik. Aber ich reagiere nicht auf Internet-Beschimpfungen. Ich würde auch jedem raten, das zu unterlassen.

BRAVO: Wie soll man sich denn gegen Cybermobbing wehren?

Schröder: "Screenshots" machen. Damit man Beweise hat. Denn eins muss klar sein: Das Beleidigen von Menschen ist strafbar – auch im Internet! Aber bevor man eine Anzeige aufgibt, sollte man zuallererst mit seinen Eltern sprechen. Und wenn es sich um Klassenkameraden handelt, die im Internet mobben, sollte man sie ganz direkt ansprechen. Die fühlen sich dann oft so peinlich ertappt, dass sie mit dem Unsinn aufhören. Auch den Vertrauenslehrer sollte man in so einem Fall unbedingt einschalten.

BRAVO: Viele denken ja, dass Cybermobbing nicht so schlimm sei, weil es sich ja "nur" um Worte handelt, die im Internet rumschwirren . . .

Schröder: Das ist Unsinn! Worte können sehr verletzend sein. Besonders wenn sie von jedem auf einer FB-Pinnwand gelesen werden können. Und wenn Dich die Klassenkameraden dann am nächsten Morgen auslachen, ist die Demütigung sehr echt und gar nicht mehr "nur" digital.

BRAVO: Ist das Netz also mehr Gefahr oder mehr Chance für Jugendliche?

Schröder: Ganz klar: mehr Chance! Die Gefahren sind nicht von der Hand zu weisen. Aber: Das Netz ist großartig und birgt unglaubliche Chancen: Kommunikation, Wissen, die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen oder abzuschließen. Ich möchte auf keinen Fall mehr ohne Internet leben!

In ihrem Büro blättert die Familienministerin in der BRAVO
In ihrem Büro blättert die Familienministerin in der BRAVO

BRAVO: Sie sind selbst gerade Mutter geworden. Wie werden Sie Ihrer Tochter den Umgang mit dem Internet beibringen?

Schröder: Im Kindesalter werde ich ihr noch über die Schulter gucken und dafür sorgen, das sie sich nur in sicheren virtuellen Räumen aufhält. Als Jugendliche wird sie dann ganz sicher nicht mehr wollen, dass Mutti ihr über die Schulter schaut, wenn sie mit ihren Freunden chattet. Aber bis dahin wird sie den richtigen Umgang mit dem Internet bestimmt gelernt haben – und ich werde ihr vertrauen.

BRAVO: Themenwechsel. Auch eine Familienministerin musste mal zur Schule gehen. Wie muss man sich das vorstellen: Waren Sie eher Klassensprecherin oder -Clown?

Schröder: Ich muss zugeben: Ich war sehr häufig Klassensprecherin.

BRAVO: Haben Sie in Ihrer Jugend BRAVO gelesen?

Schröder: Ich hatte die BRAVO nicht im Abo, aber ich habe sie natürlich öfter gelesen.

BRAVO: Und die Dr.-Sommer-Seiten ...

Schröder: ... habe ich selbstverständlich auch gelesen. Aber aufgeklärt wurde ich nicht von Dr. Sommer!

BRAVO: Und welcher BRAVO-Star hing als Poster in Ihrem Zimmer?

Schröder: Nena! Ein tolles Poster. Sie hatte so einen irren, grünen Glitzer-Lippenstift. Den wollte ich damals unbedingt haben!

BRAVO: Zum Abschluss: Haben Sie eine Nachricht an die BRAVO-Leser – und alle in Deutschland?

Schröder: Engagiert Euch! Setzt Euch für die Dinge ein, die Euch wichtig sind, und wehrt Euch gegen die Dinge, die

Euch nicht gefallen. Nur Ihr könnt dieses Land zum Besseren verändern!