Kleiderkreisel: User gegen Gebühren-Änderung!

Kleiderkreisel
Kleiderkreisel will mehr Sicherheit für die User einführen, verlangt dafür aber Gebühren!

Kleiderkreisel ist bei vielen Mode-Fans beliebt, um online Klamotten zu verkaufen, die man nicht mehr braucht. Besonders beliebt war Kleiderkreisel auch deswegen, weil die Website keine Gebühren erhob. Ende Oktober haben die Mitarbeiter von Kleiderkreisel einige Veränderungen angekündigt: Ab Ende November soll ein neues Bezahlsystem gelten! Im Ausland wurde dieses bereits über einen längeren Zeitraum getestet.

 

Die Änderungen bei Kleiderkreisel

Wer das neue System als Verkäufer nutzt, dem werden 10% vom Kaufwert plus 0,50 Euro als Gebühr berechnet. Diese Gebühr wird direkt vom Betrag abgezogen, den der Käufer übermittelt - die Transaktionsgebühren für MangoPay in Höhe von 1,8 Prozent zzgl. 0,18 Euro sind hier bereits enthalten. Für den Käufer soll so die Sicherheit steigen, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Alle Änderungen im Überblick gibt es HIER

Kleiderkreisel erklärt die Gebühreneinführung damit, dass die Kosten für den Betrieb der Seite finanziert werden müssen: Mitarbeiter, Serverkosten oder ein Büro. Nach eigenen Angaben decken die Einnahmen von Kleiderkreisel diese Kosten nur zu 20 Prozent.

kleiderkreisel userstimmen
 

Unzufriedenheit bei den Nutzern von Kleiderkreisel

Seitdem bekannt ist, dass Kleiderkreisel die neuen Gebühren einführen wird, liest man in sozialen Netzwerken und den KK-Foren viele negative Stimmen von Usern. Die Nutzer von Kleiderkreisel sind oft Schüler, Studenten oder Azubis: eine Zielgruppe, die wenig Geld zur Verfügung hat. Die Änderungen eines lieb gewonnen Systems kommen bei ihnen nicht wirklich gut an. Unter den Hashtag "#Kommerzkreisel" lassen die User ihren Dampf ab. Sogar eine Petition gegen die Änderungen wurde bereits gestartet. Über 11.000 Unterzeichner gibt es bereits!

Das Logo von Mangopay
Das Logo von Mangopay

Großer Kritikpunkt: Der Zahlungsverkehr wird über den luxemburger Zahlungsdienst MangoPay organisiert. Wenn jemand bei Kleiderkreisel etwas kauft, dann zahlt er über diesen Service. Aufgeladen wird über eine Kreditkarte oder Sofortüberweisung. Sobald der Käufer die Ware erhalten hat und sich bei Kleiderkreisel meldet, gibt Kleiderkreisel die Freigabe der Zahlung an MangoPay weiter. In den Foren der Kleiderkreisel-Schwester vinted.com lesen sich zahlreiche User-Beschwerden, dass Verkäufer lange auf ihr Geld warten müssen. Das Geld soll über Mangopay kostenlos ausgezahlt werden.

 

Offener Brief an die Medien

Um auf die Situation bei Kleiderkreisel aufmerksam zu machen, haben die User von KK einen offenen Brief geschrieben und die Medien verschickt. In diesem Brief steht, dass bereits viele User zur Konkurrenz abgewandert sind - so soll Kleiderkorb.de in den letzten Tagen über 12.000 Neu-Anmeldungen gehabt haben! 

Viel schlimmer als die Gebühren finden die User die Einschneidung ihrer Rechte: Vorher konnten Verkäufer selber entscheiden, an wen sie ihre Ware verkaufen. Nach den Änderungen kann jeder User einfach "kaufen" - egal ob er viele schlechte Bewertungen hat! 

Auszug aus dem Brief:

"Ein Großteil der Mitglieder hat gegen eine grundsätzliche Einführung von Gebühren, beispielsweise in Form eines Mitgliedsbeitrages oder einer freiwilligen Spende ähnlich Wikipedia, nichts einzuwenden – jedoch fühlen sie sich aufgrund der unprofessionellen Art, wie die Änderungen an die Mitglieder herangetragen wurden, übergangen und in gewissem Maße auch belogen. Statt einer einzigen, prägnanten und vor allem verbindlichen Mitteilung an alle Mitglieder wurden die Informationen häppchenweise in verschiedenen Threads ins Forum gestreut. Dabei unterschieden sich die Aussagen teilweise sehr stark voneinander, beispielsweise was die Versandkonditionen angeht, was zur Folge hat, dass die User, die nicht jeden der langen und sehr schwammig formulierten Informationsthreads lesen, nicht auf dem neuesten Stand sind." 

Die User, die Kleiderkreisel groß gemacht haben, fühlen sich durch die Kommunikation des Kleiderkreisel-Teams, auch "Kommando" genannt, nicht ernst genommen. Die Informationen zu den Änderungen sind ihnen nicht umfassend genug - vor allem muss man sich die meisten Aussagen aus verschiedenen Threads zusammensuchen. 

 

Die Alternativen zu Kleiderkreisel

Kleiderkorb.de

Ebenfalls eine deutsche Seite, bei der man Kleidung zum Verkauf, Tausch oder auch zum Verschenken einstellen kann. Der Service ist kostenlos. Allerdings gibt es im Moment noch ein paar Unregelmäßigkeiten bei der Erreichbarkeit! Dies liegt aber wahrscheinlich daran, dass die Server im Moment mit den zahlreichen Neu-Anmeldungen überlastet sind.

maedchenflohmarkt

Mädchenflohmarkt.de

Optisch sehr ansprechend gestaltet wirkt Mädchenflohmarkt.de.  Aber:  auch Mädchenflohmarkt nimmt 10% des Verkaufspreises als Gebühr. Besonders für Liebhaber von Vintage und Designer-Mode ist diese Website zu empfehlen. Man kann auch nicht über den Preis verhandeln oder tauschen.

Secondhand-Läden in deiner Stadt

Mit dem Internet sind die guten, alten Secondhand-Läden ein bisschen in Vergessenheit geraten, aber psst! Es gibt sie immer noch! Vor allem für Schnäppchen-Jäger immer wieder eine gute Anlaufstelle. Und das Beste: Man kann direkt vor Ort anprobieren!  

Tauschparty mit deinen Freundinnen

Trommel deine Freundinnen zusammen und dann sucht euch ein ruhiges und gemütliches Plätzchen – jeder bringt Klamotten mit, die er nicht mehr braucht und dann tausch oder verkauf‘ innerhalb des Freundeskreises!

Flohmärkte in deiner Stadt

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Du willst verkaufen und aber auch nach tollen Klamotten Ausschau halten? Dann guck doch mal, ob es in deiner Stadt auch hippe Flohmärkte für die junge Generation gibt! In München oder Frankfurt findet man unter „Mädelsflohmarkt“ oder „Nachtflohmarkt“ bereits regelmäßige Veranstaltungen. Klar - auch ein Stand auf dem Flohmarkt kostet Geld, aber zusammen mit Freunden kann das ein super und lustiger Tag werden.