Klas Ingesson: Der Trainer im Rollstuhl

An der Seitenlinie gibt Klas Ingesson auch im Rollstuhl alles. Er ist von den Medikamenten gezeichnet.

Klas Ingesson ist unheilbar krank. Inzwischen sitzt er im Rollstuhl und dennoch ist er Trainer einer Profi-Fußballmannschaft aus Schweden.

Klas Ingesson wurde eigentlich überall als Spieler geliebt. In Göteborg, in Eindhoven, in Bari, in Bologna. Dabei war der Schwede nie ein feiner Techniker wie etwa Mesut Özil oder Mario Götze. Er war eher der unermüdliche Kämpfer. Einer, der nie aufgibt und dadurch seinen Gegenspieler zur Weißglut bringt. Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei. 2001 beendete er seine aktive Karriere. Heute sitzt der nun 45 Jährige im Rollstuhl. Er ist unheilbar krank.

 

Klas Ingesson: Deswegen sitzt er im Rollstuhl

Eine Krankheit zwingt Klas Ingesson in den Rollstuhl. Vor fünf Jahren hatte er kaum auszuhaltende Rückenschmerzen. Er ging zum Arzt und der gab ihm die Diagnose, die sein Leben für immer verändern sollte: Multiples Myelom. Knochenmarkkrebs. Diese Krankheit ist nicht heilbar. „Zuerst wurde alles um mich herum schwarz. Danach fühlte ich mich plötzlich wie Superman, ich dachte: ‚Damit werde ich fertig, und ich werde mich nicht darüber beklagen.' Und eine Weile später war ich am Boden zerstört“, beschreibt Ingesson sein Wechselbad der Gefühle. Einige Familienverwandte hatten ebenfalls Krebs. Für ihn war somit klar, dass er bald sterben wird.

 

Klas Ingesson: Der Kampf, den er nicht gewinnen kann

Doch Klas Ingesson ist ein Kämpfer. „Als sich der Schock gelegt hat, habe ich mich für das Leben entschieden. Ich will kämpfen und das Beste aus meiner Situation machen“, sagt er. Andere Patienten mit der Diagnose überleben keine fünf Jahre. Der Schwede schon. Da seine Knochen im Laufe der Jahre immer poröser wurden, ging er zunächst auf Krücken. Nun sitzt er im Rollstuhl. „Ich habe keine Muskeln mehr, dafür aber diesen höllischen Druck auf meinen Sehnen und Bändern und dann tut es verdammt weh“, sagt er der Tageszeitung „Dagens Nyheter“. Er nimmt sehr viele und sehr starke Medikamente, sein Gesicht ist davon bereits aufgedunsen. Es soll die Ausbreitung der Krankheit verlangsamen.

Hier war noch alles gut: Klas Ingesson als Profi.
Hier war noch alles gut: Klas Ingesson als Profi.

Dennoch wollte er seiner Leidenschaft, dem Fußball treu bleiben. Er war zunächst Jugendtrainer beim schwedischen Erstligisten IF Elfsborg. Als bei den Profis der Trainer gefeuert wurde, hat Ingesson dessen Platz eingenommen. Trotz Rollstuhls. Er will auch gar nicht mehr über die Krankheit reden, auch kein Held sein. „Ich habe diese Scheiße am Hals“, bringt Ingesson es auf den Punkt. Er will an Leistung gemessen werden. Wie jeder andere Trainer auch. Sein größter Erfolg bisher: Der Pokalsieg in Schweden.

So lange es geht, will er weitermachen. Wie lange das sein wird, weiß keiner. Die Fans stehen aber hinter ihm. Ein T-Shirt mit der Aufschrift„Klas Ingesson – keep the Faith“ hat er zum Beispiel bekommen. Er wird sicher nicht aufhören, an sich zu glauben.