Katharina, 18, aus Distelhausen

Ein besonderes Silvester mit Schlagi von den Killerpilzen! Direkt am Ende der Seite findest du den Link zur Stimmabgabe!

Ich hatte keinen Bock auf Silvester und Berlin. Meine Freundinnen hatten mich überredet mitzukommen, um am Brandenburger Tor ins neue Jahr zu feiern. Sie hatten mich nicht überredet, sie hatten mich gezwungen.

Aber was sollte ich machen, jetzt saß ich schon im Zug. Kaum stiegen wir aus hatten wir auch schon Stress. "Nicht so langsam!", drängte Laura, die alles geplant hatte. "Wir haben nicht so viel Zeit, wir müssen jetzt ins Hotel uns fertig machen!" Also ab ins Hotel und ab unter die Dusche. Dort überlegte ich, dass ich den anderen Silvester nicht versauen wollte. Wir gingen noch etwas essen und dann zum Tor. Auf den Weg dorthin trafen wir vier Typen wieder, die auch schon mit uns bei McDonalds gesessen hatten.

Ich kam mit einem von ihnen, er stellte sich als Andi vor, ins Gespräch und hatte die ganze Zeit das Gefühl, ihn schon mal irgendwo gesehen zu haben. Er kam aus Dillingen in Bayern und war nach Berlin gekommen wegen dem Ärzte-Konzert. Die anderen hatten sich schon von uns getrennt und ich war eigentlich ganz froh darüber. Andi hatte mich nämlich sofort verzaubert. Seine Klamotten und seine Augen, das alles passte perfekt zusammen und perfekt zu mir. Aber nach heute Nacht würde ich ihn wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen. Also konnte ich alle romantischen Gedanken vergessen.

Als die Partymeile immer voller wurde, schnappte sich Andi auf einmal meine Hand und ging mit mir in die nächste Straßenbahn. Ich hatte keinen Plan, was er vorhatte und er verriet mir auch nichts. Wir stiegen aus und er ging mit mir auf das Dach eines Hochhauses. "Hier zeig ich dir das ganze Feuerwerk!", erklärte er mir dann seinen Plan und auf einmal machte es klick: Andi war der Bassist meiner Lieblingsband, der Killerpilze.

Während er mir dann von seinem Bruder und seinem Leben zu Hause erzählte, konnte ich einfach nicht aufhören ihn anzuschauen. Er war einfach fantastisch. Ich schüttelte den Kopf und dachte mir: "Mensch, du kannst den Typen nicht so anstarren!". Damit mir das nicht wieder passierte, legte ich meinen Kopf auf seine Schulter. Er stoppte kurz beim Erzählen, deshalb nahm ich meinen Kopf wieder weg. "Nee, lass nur!", sagte Andi und legte meinen Kopf wieder auf seine Schulter. Nach einiger Zeit meinte er, dass ich jetzt alles über ihn wüsste und er nichts über mich. Also legte ich los und erzählte ihm alles, was mir einfiel. Nur eines verschwieg ich, genau wie er, die Killerpilze. Ich verschwieg sie, weil ich nicht wollte, dass er denkt, ich würde das alles nur deswegen machen.

Auf einmal gingen die Raketen los. "Gutes Neues Jahr!", flüsterte mir Andi ins Ohr und mir lief ein kalter Schauder über den Rücken, als ich seinen Atem auf meiner Haut spürte. Ich drehte meinen Kopf leicht in seine Richtung. Wir schauten uns tief in die Augen. Seine Augen waren der Hammer, sie zogen mich komplett in ihren Bann. Unsere Köpfe kamen sich immer näher. Näher! Noch näher! Dann war es so weit. Unsere Lippen berührten sich erst schüchtern, dann richtig. Wir küssten uns lang und leidenschaftlich. Irgendwann gingen wir runter und zu Andi ins Hotel. Wir redeten ewig miteinander und irgendwann machte ich meine Augen auf und lag in seinen Armen. Ein wunderschöner Augenblick.

Doch als ich auf die Uhr schaute, erschrak ich, denn ich musste gehen, sonst würde ich den Zug verpassen. Aber ich konnte doch nicht einfach gehen. Ich legte vorsichtig seinen Arm weg und ging schnell ins Bad. Ich hoffte, dass er aufwachen würde. Als ich fertig war, schlief er aber immer noch seelenruhig. Ich zog noch schnell einen Zettel und einen Stift aus meiner Tasche, um ihm meine Nummer und meine E-Mailadresse aufzuschreiben. Als ich sie auf den Nachttisch gelegt hatte, musste ich mich entscheiden. Sollte ich einfach so gehen oder sollte ich ihn wecken?

Ich überlegte kurz und strich ihm dann über die Wange. Er schlug sofort die Augen auf."Wieso bist du schon auf?", fragte er verschlafen, während er sich streckte und sich die Augen rieb. "Weil ich los muss, sonst schaff ich es nicht mehr zum Zug. Ich muss mich wohl von dir verabschieden." In meinem Hals formte sich ein Kloß. Andi war sofort hellwach und sprang auf. Er machte sich fertig und brachte mich Händchen haltend zum Bahnhof.

Die Mädels warteten schon ungeduldig auf mich und der Zug fuhr auch gerade in den Bahnhof ein. Die andern stiegen schon ein und ich umarmte Andi noch einmal. Ich wollte nicht weg. Das alles war so verdammt ungerecht. Ich spürte, wie sich in meinen Augen Tränen bildeten, aber ich wollte jetzt nicht heulen. "Vergiss mich nicht! Vielleicht sieht man sich mal wieder! Ich hab ja deine Nummer!", meinte Andi, aber auch in seiner Stimme hörte man einen traurigen Unterton. Bevor ich einstieg, küssten wir uns ein letztes Mal. Als der Zug losfuhr fühlte ich mich richtig schlecht, er fehlte mir. Und auf einmal merkte ich, wie mir eine Träne über das Gesicht lief.

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