Japan tötet Delfine: Alle Fakten über Taiji

Taiji Japan Delfine
"Games of Thrones"- Schauspielerin Maisie Williams demonstriert gegen das Delfin-Morden in Japan!

Jedes Jahr wieder: In der japanischen Küstenstadt Taiji werden Delfine und Kleinwale getötet - angeblich aus Tradition! Hier erfährst du, wie du den Delfinen helfen kannst! 

Taiji befindet sich ca. 700 km süd-westlich von Tokyo und liegt in der Präfektur Wakayama. Durch die Jagd auf Delfine stehen Taiji und Japan allgemein immer wieder in Kritik.

Karte Japan Taiji
Taiji ist ein kleiner Fischerort in Japan
 

Walfang hat Tradition in Taiji

In Taiji wird schon seit 1606 Walfang betrieben. Weil der Walfang aber 1986 verboten (bzw. eingeschränkt) wurde, werden in Taiji keine großen Wale mehr bejagt. Aber die japanische Regierung erlaubt ihren Bürgern, Delfine und andere kleine Meeressäuger in Treibjagden zu töten. Die Fangquoten werden jedes Jahr von der Regierung angepasst. Es werden aber jedes Jahr weniger Delfine getötet: Pro Wildlife spricht davon, dass 2010 noch 6577 Delfine und Kleinwale gejagt wurden, 2011 waren es nur noch 3283. 

In Japan ist die Nachfrage nach Walfleisch stark zurückgegangen, Taiji hat die lokale Wirtschaft auf Waltourismus ausgelegt.

 

Was passiert in Taiji?

Die Fischer aus Taiji treiben die Delfine in eine Bucht. Die Tiere, die besonders schön sind, werden aussortiert und später an Delfinarien und Vergnügungspark verkauft. Der Verkauf bringt viel Geld. Die anderen Delfine werden getötet. Weil die Delfine im Wasser getötet werden, färbt sich das Meer bald rot von ihrem Blut!

Einer der Männer, die an der Tötung beteiligt sind, sagte dazu: "Wenn du in ein Schlachthaus für Kühe gehst, dann sieht es dort sicher auch nicht besser aus. Wir töten die Tiere draußen, da sieht es immer schlimmer aus, als es ist!"

Die meisten Delfinjäger sind in Familien aufgewachsen, die schon seit Generationen Delfine jagen und essen. Für sie sind Delfine ein Schlachttier und nichts besonders. Die Familien leben fast ausschließlich von der Jagd.

 

Wie wurde die Welt auf Taiji aufmerksam?

Der Unterwasser-Fotograf Louie Psihoyos hat einen Film über Taiji gedreht. Er heißt "Die Bucht" (Original "The Cove", 2009) und zeigt, wie die Delfine in die besagte Bucht getrieben und getötet werden. Der Film wurde sogar mit einem Oscar ausgezeichnet.

Seit diesem Film weiß die Welt, dass in Taiji Delfine getötet werden. Es gibt viele Tierschutzorganisationen, die dafür kämpfen, dass die Japaner damit aufhören.

 

Was kann ich für Delfine tun?

Durch die TV-Serie "Flipper" wurden die lustigen Meeressäuger auf der ganzen Welt berühmt. Plötzlich wollte jeder Zoo und jedes Aquarium ein paar Delfine haben. Besonders die Delfinshows sind beim Publikum sehr beliebt!

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Wenn du die Delfinjagd in Taiji nicht unterstützen willst, dann meide Parks mit Delfinshows! In Deutschland sind diese Shows bereits seltener geworden, aber im Ausland (z.B. USA) gibt es das noch sehr häufig. Je weniger Leute sich diese Shows angucken, um so weniger lohnt sich der Unterhalt dieser Anlagen. 

Auch organisieren Tierschutzorganisationen wie Sea Sheperd, Peta und Greenpeace immer wieder (friedliche) Demonstrationen gegen das Töten und Jagen von Delfinen und Kleinwalen. Oft finden diese vor den japanischen und dänischen Botschaften statt.

Bringt es etwas, wenn ich kein Sushi mehr esse?
Nein, denn auch in Japan wird Sushi im Normalfall ohne Delfin-Fleisch zubereitet. Und in Deutschland sind viele Sushi-Restaurants auch gar nicht immer von Japanern geführt, sondern von anderen Asiaten, die vom Sushi-Boom profitieren möchten!

Es bringt auch nichts, über das gesamte japanische Volk zu schimpfen. Denn auch viele Japaner verachten die Jagd auf Delfine und Kleinwale! Die Medien in Japan berichten ungern über so negative Sachen, wie die Delfinjagd in Taiji - deswegen wissen viele Japaner gar nicht, was dort passiert! Hier gilt: Aufklärung statt blinder Rassismus!

 

Gibt es auch in Europa Jagd auf Delfine und Kleinwale?

Ja, auf den dänischen Färöer-Insel, die zwischen Island und Norwegen im Atlantik liegen, werden auch Grindwale (eine Delfinart) getötet! Auf der Inselgruppe leben ca. 50.000 Bewohner. Die Färör-Inseln sind autonom, deswegen greifen die EU-Gesetze dort nicht.

Die Grindwale werden beim "Grindadráp" getötet: Wenn eine Grindwalschule in der Nähe der Inseln gesichtet wird, kommen viele Bewohner zusammen und treiben die Tiere in die Buchten der Inseln. In den Buchten werden die Tiere von Männern getötet. Dabei dürfen keine modernen Waffen verwendet werden.

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Die getöteten Tiere werden vollständig verwertet und an die Bewohner der Inseln verteilt - auch an die, die selbst nicht am Fang teilnehmen konnten. Das Fleisch ist nicht in Supermärkten erhältlich und wird auch nicht exportiert!

Bereits seit der Wikingerzeit werden die Grindwale von den Inselbewohnern gejagt, damals waren die Grindwale eine wichtige Nahrungsquelle. Auch heute macht das Fleisch der Tiere 10% des Speiseplans aus. Die Fangzahlen unterscheiden sich Jahr für Jahr, auffällig ist auch, dass auch hier die Zahlen am Sinken sind.

Ich habe auf Facebook gelesen, dass...
Seit einiger Zeit geht auf Facebook ein Link auf eine chinesische Seite um, die darüber berichtet, was auf den Färörer Inseln passiert. Dort steht, dass die jungen Männer der Insel die Grindwale töten müssen, damit sich als "erwachsen" gelten. Das stimmt nicht!