Vertrauen wieder herstellen! Geht das?

Vertrauen wieder herstellen?

Angelogen, betrogen, verarscht!? Was Du tun kannst, um das Vertrauen zwischen Dir und jemand anderem wiederherzustellen.

Du hast richtig Scheiße gebaut? Oder jemand hat Dein Vertrauen aufs übelste missbraucht? Das gibt einen Knacks in den meisten Beziehungen. Egal ob unter Freunden, in der Familie oder in einer Liebesbeziehung. Doch was kannst Du tun, wenn Du noch an dem Menschen hängst und auf seine Freundschaft oder Liebe nicht verzichten willst? Der Schlüssel liegt in der Entschuldigung – für beide Seiten!

 

Du hast Mist gebaut!?

Das Wichtigste ist, dass Du so schnell wie möglich eine anständige Entschuldigung aussprichst. Und zwar nicht nur ein "Sorry". Sondern ein ernsthaftes: "Es tut mir so Leid. Bitte entschuldige. Wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückdrehen und es ungeschehen machen, weil ich dich nicht verletzen wollte."

Akzeptiere, wenn der/die Betreffende nicht gleich 100 Prozent auf Deine Entschuldigung eingeht. Wenn der Vorfall wirklich verletzend oder gemein war, braucht Verzeihen nun mal seine Zeit. Entschuldige Dich und gehe danach aus seinen/ihren Augen, falls der/die andere jetzt allein sein will. Nimmt er/sie die Entschuldigung an, kannst Du ihm/ihr zeigen, wie erleichtert Du darüber bist. Gefühle zeigen kommt in diesem Moment gut an.

Sag vielleicht noch etwas wie: "Ich verstehe, wenn du sauer auf mich bist. Hoffentlich gibst du mir noch eine Chance." Oder: "Kann ich das irgendwie wieder gut machen?" Vielleicht aber auch: "Meine Gefühle für Dich bleiben unverändert." Oder: "Ich lass dich erst mal ein bisschen in Ruhe."

Verständnis für die Wut, Enttäuschung oder den Ärger des anderen bringt auf jeden Fall mehr als das Flehen um Verzeihung und das Klammern, um jemanden nicht zu verlieren.

Nach einer angenommenen Entschuldigung sollte die Geschichte nicht ständig wieder ausgegraben werden. Das Vertrauen kann wieder wachsen, wenn Du dem anderen glaubwürdig vermittelst, dass Du so etwas nicht wieder machst. Was immer es auch war.

Versöhnung kann so schön sein!
Versöhnung kann so schön sein!

 

Du bist verletzt worden!

Der Schmerz sitzt tief und Du bist traurig oder wütend auf einen anderen Menschen, der Dir nah steht? Dann schluck es nicht leidend runter sondern sag es. Manchmal ist anderen Menschen gar nicht bewusst, dass sie mit ihren Worten oder Taten jemanden verletzt oder verärgert haben.

Sätze wie: "Weißt du eigentlich, wie mich das gekränkt hat, was du gesagt hast!?" Oder: "Ich bin total sauer auf dich, weil ich nicht wollte, dass du das machst!" wirken manchmal Wunder und bringen schnelle Einsicht beim Gegenüber.

Wichtig: Teile dem anderen Dein Gefühl mit, statt ihm nur etwas vorzuwerfen oder zu beschimpfen. Also statt: "Du bist so ein Arsch!" lieber "Ich bin total traurig/wütend darüber, dass du … gemacht hast." So merkt der andere viel eher, was er angerichtet hat.

Er/sie drückt sich vor einer Entschuldigung? Das passiert oft, wenn sich jemand wegen seines Verhaltens richtig schämt. Trotzdem solltest Du nach einem Streit nicht zur Tagesordnung übergehen und auf eine Entschuldigung bestehen. Denn ernst gemeinte Entschuldigungen sind heilsam für die erfahrene Verletzung und stärken den Prozess, in dem Ihr wieder zueinander findet.

 

Keine Versöhnung in Sicht?

Wer wirklich das Gefühl hat, dass er nach einem Vorfall mit einem Menschen nicht mehr in Verbindung stehen will, den wird auch niemand umstimmen können.

Und es gibt Streit, Kränkungen oder Vorfälle, die den Abbruch einer Beziehung zur Folge haben. Einige Menschen wählen diesen Weg schneller als andere. Daran kannst Du wenig ändern, weil es mit der Geschichte eines Menschen zu tun hat, wie er seine Grenzen setzt und mit Verletzungen umgeht.

Respektiere es, wenn jemand auf diese Weise reagiert. Lass ihn oder sie aber trotzdem wissen, wie traurig Du über den Verlust bist und dass Deine Tür für den anderen offen bleibt. Vielleicht heilt die Zeit die Wunden. Manchmal aber eben leider nicht. Lerne daraus und schau nach vorn.