Silvesterparty! Vorsicht mit Alkohol...

Dr. Sommer-Spezial: Silvesterparty! Vorsicht mit Alkohol...
Dr. Sommer-Spezial: Silvesterparty! Vorsicht mit Alkohol...

Auf vielen Partys von Jugendlichen wird Alkohol getrunken. Bei Erwachsenen sind es noch mehr Feste, bei denen Alkohol getrunken wird, auch wenn jugendliche Gäste oder Kinder dabei sind. Viele achten zwar darauf, dass unter 16 Jahren gar kein Alk getrunken werden darf und unter 18 auch nur Getränke wie Bier, Sekt oder Wein. Andere gehen leichtsinniger damit um und trinken schon früher oder so viel, dass sie sich gesundheitlich richtig schaden.

Die meisten überleben Gott sei Dank ihren Rausch oder gar Vollrausch. Doch immer wieder ist in den Medien von Jugendlichen zu lesen, die den vermeintlichen Partyspaß beim Wetttrinken mit dem Leben bezahlt haben. Denn der Jugendliche Körper baut Alkohol längst nicht so schnell ab, wie der von Erwachsenen. Da kann es schnell zu einer Alkoholvergiftung kommen. Vor allem, wenn hochprozentige Getränke im Spiel sind. Und dann hilft nur noch der Notarzt!

Wie viele es übertreiben!

Die Zahl der Jugendlichen, die mit psychischen Störungen und Verhaltensstörungen durch Alkoholmisbrauch oder einem akuten Alkoholrausch im Krankenhaus waren, ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Über 26tausend Jungen und Mädchen zwischen 10 und 20 mussten zum Beispiel 2012 nach einem Besäufnis ins Krankenhaus. Davon waren über zehntausend Mädchen und über 16tausend Jungen. 2000 waren es dagegen noch unter 10tausend Jugendliche insgesamt, die nach dem übertriebenen Alkoholkonsum ärztliche Hilfe brauchten. Ein krasser Anstieg!* Die größte Gruppe unter denen wegen Alkoholmissbrauchs eingelieferten Personen sind Jungs zwischen 15 und 20 Jahren.

Das ist schlimm für die Betroffenen, die mit den seelischen Folgen eines Absturzes meist noch länger zu kämpfen haben. Wissenslücken oder Häme derjenigen, die sie beim Kotzen und Lallen beobachtet haben und mitangeschaut haben, wie sich der Betrunkene in lauter peinliche Situationen gebracht hat. Vielleicht noch ein paar öffentlich gepostete Bilder des Kontrollverlustes und das Desaster ist komplett. Es braucht ein starkes Selbstbewusstsein, um das auszuhalten. Und das leidet durch die Peinlichkeiten nicht selten.

Regelmäßige Abstürze haben außerdem zur Folge, dass zum Beispiel die Konzentration leidet und der Körper eine Sucht entwickelt. Und die Grenze dessen, was noch Spaß ist oder schon zu viel, wird dann leider doch schneller überschritten, als derjenige selbst es merkt.

Kälte und Alkohol? Eine gefährliche Mischung!

Nicht nur ein Vollrausch ist wirklich gefährlich für Dich oder andere. Dazu kommt im Winter noch, dass Betrunkene, die sich auf dem Heimweg zum Beispiel kurz draußen auf eine Bank legen, leicht erfrieren. Der Alkohol macht sie schläfrig und sie merken dadurch nicht mehr die viel zu kalte Umgebungstemperatur. So sind schon viele gestorben, weil sie zu sehr unterkühlt sind und es nicht gemerkt haben.

Was Du tun kannst, wenn Alkohol im Spiel ist!

Für Dich: Wenn Du auch etwas tinken willst, achte auf das Maß und trinke langsam. Sonst holt Dich die Wirkung ein, wenn Du nicht damit rechnest. Geh nicht allein nach Hause, wenn Du zu viel getrunken hast, sondern lass Dich von Freunden begleiten.

Wenn Du Dich dauerhaft übergeben musst oder anders nicht mehr klar kommst: Lass Freunde einen Notarzt rufen oder zumindest Deinen Eltern bescheid sagen. Das ist zwar peinlich. Aber raus kommt es ohnehin.

Für andere: Mach andere darauf aufmerksam, wenn sie dabei sind, sich zu betrinken und es offensichtlich zu viel wird. Versuche denjenigen nicht bloßzustellen und trotzdem deutlich zu sein. Zum Beispiel so: "Ich glaube, du hast genug. Soll ich dich nach Hause begleiten." Oder: "Trink mal ne Cola. Du schießt dich sonst ab."

Wenn es schon zu spät ist und jemand total voll rumliegt oder sich übergibt, dreht den betroffenen auf die Seite, damit er sein Erbrochenes nicht verschlucken kann. Ruf seine Eltern, die Eltern der Gastgeber oder direkt den Notarzt. Denn Hilfe holen ist kein Petzen. Und lieber ein Mal zu oft den Arzt gerufen, als ein Mal zu wenig. Oder?

Du siehst jemand Fremdes in der Kälte draußen rumliegen, der offenbar einen Rausch hat? Auch dann kannst Du einen Notarzt rufen. Natürlich auch als Jugendliche/r! Denn Du rettest vielleicht ein Leben damit!

 

Quelle: Statistisches Bundesamt, Aus dem Krankenhaus entlassene vollstationäre Patienten in Deutschland (einschließlich Sterbe- und Stundenfälle), F 10.0 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol und akute Intoxikation (akuter Rausch). Behandlungsland: Deutschland