Selbstbehauptungstraining - Mut tut gut!

Nadine: "Ich bin viel selbstbewusster geworden!"

Erfahrungsbericht:

Ich heiße Nadine und habe einen Selbstbehauptungskurs im Rahmen der Projekttage, an meiner Schule in München gemacht. Wir waren ca. 10 Mädchen, eine Lehrerin und eine Trainerin. Der Kurs dauerte zwar nur drei Tage, brachte uns aber unheimlich viel!

Die erste Trainingseinheit begann mit einem Gespräch. Wir setzten uns in einen Stuhlkreis und unsere Trainerin erzählte, worum es sich bei dem Wort "Selbstbehauptung" überhaupt handelt. Nach kurzer Zeit war mir klar: Selbstbehauptung ist eine Art der Selbstverteidigung, nur ohne Gewalt. Das war mir persönlich ganz recht, denn ich prügel mich eigentlich nicht so gerne ;-)

Wir sprachen ganz offen über unsere Ängste, vor allem die Angst vor einem sexuellen Übergriff. Man weiß ja auch nie so wirklich, wie man dann in solch einer Situation reagieren oder sich wehren soll. Soll ich wegrennen, soll ich den Täter angreifen, soll ich schreien? Auf all diese Fragen hatte unsere Trainerin Antworten.

Nach den Gesprächen, war nun der praktische Teil dran. Wir lernten, wie man auf andere Menschen selbstbewusst wirkt und wie man sich in bestimmten Situationen verhalten muss. Wir spielten verschiedenste Szenen durch. Das eine mal war ich das Opfer, ein ander mal war ich der Täter. Diese Rollenspiele brachten uns unheimlich viel. Einerseits lernte ich, wie ich als Opfer heil aus einer Situation entkommen kann. In der Rolle des Täters merkte ich dann, wie das selbstbewusste Auftreten eines vermeidlichen Opfers, den Täter wirklich abschrecken kann.

Außerdem lernten wir das "Schreien?. Hört sich komisch an, ist aber so. Mein größtes Problem war eigentlich, die Hemmungen vor dem Schreien zu verlieren. Eigentlich wusste ich auch gar nicht, ob ich so richtig laut schreien kann. Begonnen hatten wir mit dem STOPP-Schrei. Der Stopp-Schrei hilft dir, wenn du beispielsweise verfolgt wirst und den Täter abschütteln möchtest: Du drehst dich zu deinem Verfolger um und schreist: "STOPP?. Du wirst sehen, der Täter wird wahnsinnig erschrecken. Diese Schrecksekunde kannst du dann zur Flucht nutzen!

Wir teilten uns in Zweier-Teams auf und jeder übte mit seinem Partner. Letztendlich machten wir so viele unterschiedliche Schrei-Übungen, dass ich am Ende gar nicht mehr aufhören wollte zu schreien. Meine Hemmungen waren komplett weg. Ein geiles Gefühl!

Aber natürlich zeigte uns die Trainerin auch wie wir uns körperlich verteidigen können. Wird man angegriffen, muss man sich ja auch schließlich zu wehren wissen. Wir lernten einfache Tricks und Tritte, die den Täter aber effektiv zu Boden bringen.

Diese drei Tage haben mich sehr weit gebracht. Ich habe jetzt weniger Angst, nachts alleine auf die Straße zu gehen, weil ich weiß, dass ich mich wehren kann. Außerdem bin ich viel selbstbewusster geworden. Das merken auch die anderen. Mein selbstbewusstes Auftreten hat mir sowohl in der Schule weitergeholfen, als auch bei meinen Freunden. Wer selbstbewusst rüberkommt, wird auch meistens von den Klassenclowns verschont und von den Lehrern ernster genommen.

Ich kann dir dieses Training wirklich nur empfehlen. Es stärkt dich innerlich und äußerlich! Durch das Selbstbehauptungstraining lernst du mit gefährlichen Situationen richtig umzugehen und das macht dich stark!

Bisher musste ich mich glücklicherweise körperlich noch nicht wehren. Ich denke, dass ich durch mein selbstbewusstes Auftreten mögliche Täter schon vorher abschrecke. Und genau das ist es, was "Selbstbehauptung? beabsichtigt.

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