Probleme in der Schule? So hilft der Beratungslehrer!

Aussprechen, was bedrückt. Oft hilft das schon en wenig.
Aussprechen, was bedrückt. Oft hilft das schon en wenig.

Hast Du schon mal richtig große Sorgen gehabt und gemerkt, dass Du Dich gar nicht richtig auf die Schule konzentrieren konntest? Das passiert auch anderen Schülern. Häufiger, als Du vielleicht denkst. Denn nicht bei jedem läuft im Freundeskreis oder in der Familie alles super. Doch mit solchen Sorgen muss niemand allein fertig werden. Dafür gibt es nämlich an fast allen Schulen Beratungslehrer oder Schulsozialarbeiter.

 

Für wen sind Beratungslehrer da?

Sie sind die Vertrauenspersonen, an die sich Schüler wenden können, um einen Ausweg aus ihrer belastenden Situation zu finden. Manchmal vermitteln Beratungslehrer auch eine passende Beratungsstelle, wo dem Schüler außerhalb der Schule der Rücken gestärkt wird. Es können sich aber auch Lehrer oder Eltern an den Beratungsdienst einer Schule wenden, wenn sie sich Sorgen wegen eins Schülers oder ihres Kindes machen.

 

Bleibt mein Problem "unter uns"?

schweigepflicht

In jedem Fall gilt: Was bei einem Beratungsgespräch mit diesem Lehrer besprochen wird, darf nicht weitergesagt werden. Denn der Beratungslehrer hat Schweigepflicht. Nur wenn alle Beteiligten einverstanden sind, kann das Problem mit allen Betroffenen gemeinsam besprochen werden. Bei Konflikten mit Mitschülern ist so was zum Beispiel sinnvoll.

 

 

 

Die fünf häufigsten Probleme:

 

1) Cybermobbing

Es passiert immer häufiger: anonyme Beschimpfungen, das ungewollte Versenden intimer oder peinlicher Bilder und Videos im Netz oder auf dem Smartphone! An einer Schule verbreiten sich solche Dinge natürlich wie ein Lauffeuer. Und haben es erst mal alle gesehen, schämen sich die Opfer zutiefst und möchten am liebsten im Erdboden versinken. Doch weglaufen hilft nichts. Denn das Internet ist nun mal überall.

Cybermobbing wirkt oft schlimmer als die Täter vermuten!
Cybermobbing wirkt oft schlimmer als die Täter vermuten!

Mit diesem Thema wenden sich vor allem betroffene Mädchen an den Beratungslehrer. Er hilft dabei, dass die Opfer möglichst bald wieder in die Schule gehen können, ohne dass ihnen der Vorfall weiterhin das Leben schwer macht. Das geht vor allem, in dem das Selbstbewusstsein eines Schülers oder einer Schülerin gestärkt wird. Manchmal braucht es dafür noch Experten außerhalb der Schule. Doch nach einiger Zeit und mit etwas Hilfe bekommt man auch so eine Situation wieder in den Griff.

 

2) Probleme zwischen Schülern

Heftige Differenzen gibt es nicht nur zwischen Schülern und Lehrern. Auch unter Mitschülern oder zwischen verschiedenen Klassen kann es so große Streitpunkte geben, dass ein Beratungslehrer um Rat gefragt wird. Er versucht dann vor allem durch Gespräche wieder Ruhe in die Sache zu kriegen.

 

3) "Kindeswohlgefährdung"!

So nennt man das beim Jugendamt, wenn das körperliche oder seelische Wohlergehen eines Schülers ernsthaft in Gefahr ist. Es ist Aufgabe der Schule und des Beratungslehrers für einen Schüler da zu sein, wenn er oder sie zu Hause oder durch andere Personen in seinem sozialen Umfeld Gewalt ausgesetzt ist, bedroht wird oder sich niemand um ihn kümmert.
Schüler bekommen also nicht nur Hilfe, wenn sie von Gewalt bedroht oder betroffen sind.

Viele Jugendliche haben keinen familiären Rückhalt und fühlen sich allein!
Viele Jugendliche haben keinen familiären Rückhalt und fühlen sich allein!

Einige Jungen und Mädchen brauchen auch Hilfe, wenn sich zu Hause niemand darum sorgt, dass sie in die Schule gehen können, genug zu essen haben, genügend wärmende Kleidung besitzen, dass sie im Fall einer Krankheit richtig behandelt werden und so weiter.

Bei dieser Art der sozialen Vernachlässigung muss die Schule in einigen Fällen Kontakt mit dem Jugendamt oder dem Amt für soziale Dienste aufnehmen. Gemeinsam wird dann geschaut, welche Hilfe die Familie braucht, um sich wieder angemessen um das betroffene Kind kümmern zu können oder wie dem Kind auf andere Weise geholfen werden kann.

 

4) Beleidigungen/Mobbing

 

Ausgrenzung tut weh
Ausgrenzung tut weh

Wer fies gedisst, ausgegrenzt oder beschimpft wird fühlt sich schlecht und oftmals auch einsam. Und Angst vor einem anderen Schüler oder gar einer Gruppe von Schülern, führt sogar nicht selten dazu, dass jemand gar nicht oder nur mit Bauchschmerzen in die Schule geht. Das darf an einer Schule nicht passieren. Der Beratungslehrer kennt sich aus, wie man Mobbing zwischen Schülern beenden kann. Deshalb gehen viele Schüler zu ihm.

 

5) Familienprobleme und andere private Sorgen!

Trennung der Eltern, ein Todesfall oder große Geldsorgen! Auch solche Probleme machen es Schülern schwer, die Schule auf die Reihe zu kriegen. Deshalb ist es hilfreich, in so einer Situation einen Beratungslehrer einzubeziehen. Er kann dabei helfen, dass die Sorgen zu Hause nicht auch noch zu Problemen in der Schule führen.

 

Du hast ein anderes Problem?

Natürlich gibt es noch viele andere Probleme, die einem die Mitarbeit in der Schule schwer machen können. Der Beratungslehrer kann Dir für Deine ganz persönliche Situation erklären, wie er helfen kann oder was Du selber tun kannst, um Dich besser zu fühlen. Du entscheidest anschließend, ob Du noch mal zu ihm gehen möchtest. Denn diese Art der Beratung ist immer freiwillig.