Neue Studie: Zu viel Internet macht einsam!

Dr. Sommer-Spezial: Zu viel Internet macht einsam!
Dr. Sommer-Spezial: Zu viel Internet macht einsam!

Berlin – Isoliert, unkommunikativ oder gereizt – laut einer aktuellen Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin der Universitätsmedizin Mainz beeinflusst intensiver Konsum von Onlinespielen und -sexangeboten die Bindungsfähigkeit von Jugendlichen.

Sind sie über sechs Stunden täglich online, egal ob über Mobiltelefon oder Computer, fällt es Jugendlichen schwerer, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen.

Gehen echte Beziehungen zwischen sozialen Netzwerken wie Facebook und Onlinespielen wie World of Warcraft verloren, wo doch der Aufbau von Freundschaften zu den wichtigsten Entwicklungsaufgaben des Jugendalters gehört? Dieser Frage ist jüngst ein Forscherteam um Professor Dr. med. Manfred Beutel, (…) mit einer Befragung von rund 2400 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in Rheinland-Pfalz nachgegangen.

Krasses Ergebnis!

Eines der zentralen Ergebnisse lautet: „Jugendliche, die häufig Angebote von Onlinespielen und –Sexportalen nutzen, haben eine schlechtere Bindung zu ihren Freunden. Das heißt, sie kommunizieren weniger, vertrauen ihren Freunden nicht so sehr und fühlen sich von anderen stärker entfremdet.

All diese Faktoren begünstigen letztlich die soziale Ausgrenzung“, sagt Professor Beutel. Digitale soziale Netzwerke seien hingegen förderlich für die Beziehung und Bindung zu Gleichaltrigen. Allerdings könnten sie zu einem suchtartigen Gebrauch führen, welcher wiederrum die Bindung zu Gleichaltrigen negativ beeinflusst.

Süchtig nach dem Internet!?

3,4 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen das Internet suchtartig. Das bedeutet: Sie sind mehr als sechs Stunden täglich online, haben keine Kontrolle mehr über Onlinezeiten, geben ihre Interessen auf und erleiden schädliche persönliche, familiäre oder schulische Konsequenzen aufgrund der vielen Zeit vor dem Computer oder am Handy. 13,8 Prozent zeigen zwar keinen suchtartigen, aber dennoch einen exzessiven und „ausufernden“ Gebrauch.

Sind mehr Jungs oder Mädchen betroffen?

Mädchen und Jungen sind davon gleichermaßen betroffen. Im Hinblick darauf, mit welchen Inhalten sie sich online beschäftigen, unterschieden sich Mädchen und Jungen allerdings: Mädchen nutzen das Internet häufiger für den sozialen Austausch, zur Recherche und zum Online-Shopping, Jungen verbringen mehr Zeit mit Onlinespielen.
 

Quelle: Pressemeldung vom 03.03.2014 zum Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 2015 vom 25. Bis 28 März in Berlin