Meine Sorgen bedrücken mich so sehr!

Frage des Tages 08.10.: Meine Sorgen bedrücken mich so sehr!
Frage des Tages 08.10.: Meine Sorgen bedrücken mich so sehr!

Torben, 15: Ich mache mir schon sehr lange Sorgen um verschiedene Dinge, die ich jetzt hier nicht alle aufzählen kann. Aber das alles bedrückt mich sehr. Ich habe immer versucht, diese Gedanken zu unterdrücken, aber das funktioniert nicht. Ich habe jetzt ein Auslandsjahr begonnen und seit dem Abschied von meiner Familie am Flughafen, hab ich ununterbrochen diese Gedanken. Ich komme einfach nicht mehr davon los. Was soll ich tun? Mit wem kann ich reden? Ich würde es gerne meinen Eltern erzählen, aber dann fange ich vielleicht am Telefon an zu weinen. Und dann weiß ich nicht, was ich meiner Gastfamilie erzählen soll. Bitte helft mir!

 

Dr.-Sommer-Team: Vertraue Dich Deinen Eltern an!

Lieber Torben,

es ist normal, wenn Du Dir in Deinem Alter verstärkt Sorgen um Deine Zukunft machst und Dich Ereignisse aus Deiner Vergangenheit nicht loslassen wollen. Du bist eben reifer geworden und spürst nun eine andere Ernsthaftigkeit oder Tragweite aller Lebensereignisse. Zusätzlich kann das Einwirken der Pubertätshormone auf Deine Körper eine traurige Grundstimmung verstärken. So wird Dir nun vieles zu schwer, um es allein bewältigen zu können.

Das ist kein Zeichen von Schwäche. Und es ist vielleicht ungewohnt für Dich, doch auch vor anderen zu weinen ist keine Schande. Wo Du nun im Ausland noch mehr auf Dich allein gestellt bist, ist es besonders wichtig, dass Du jemanden zum Reden findest. Deiner Gastfamilie kannst Du sagen, dass es ein Familienanliegen ist, das nichts mit ihnen zu tun hat. Dann wissen sie, dass Du nicht ihretwegen weinst. Sorgen kann schließlich jeder haben.

Da Deine Sorgen mit Deiner Familie zu tun haben scheinen und Du sie offenbar vermisst, erzähle Deinen Eltern davon. Zieh Dich dafür zurück in einen ruhigen Raum oder warte, bis Du allein bist. Vielleicht kannst Du auch skypen, um die Telefonkosten Deiner Gastfamilie zu schonen.

Es gibt aber auch im Ausland die Möglichkeit, sich jemand zu suchen, der Erfahrung mit Jugendlichen in seelischen Krisen hat. Viele Kirchen bieten zum Beispiel sogenannte Seelsorge an (oft kostenlos). Aber es gibt auch im Ausland Beratungsstellen für Jugendliche, zu denen Du gehen kannst. Natürlich gibt es auch Psychologen in allen Ländern der Welt, die eine Vertrauensperson für Dich werden können. Für die müsstest Du nur mit Deinen Eltern oder Krankenkasse klären, wer die Kosten für die Gespräche übernimmt.

Bleib jedenfalls nicht länger allein mit Deinen Sorgen. Vertraue sie jemandem an. Und wenn sie schwer wiegen, suche Dir am besten einen erwachsenen Vertrauten. Gleichaltrige könnten damit überfordert sein.

Warte nicht länger und ruf Deine Eltern an. Und wenn es nicht anders geht, kehrst Du erst mal nach Hause zurück und lässt Dir dort professionell helfen, Dein Leben wieder unbeschwert leben zu können. Der Weg dahin kann holprig werden. Aber es ist wichtig, dass Du ihn jetzt gehst. Alles Gute dafür!

Dein Dr.-Sommer-Team

 

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Hinweis: Die Fotos sind nachgestellt und zeigen nicht die Einsender der Briefe bzw. Mails.