Mein Vater ist gestorben!

Mein Vater ist gestorben!

Stella, 15: Vor einiger Zeit ist mein Vater gestorben, womit meine Familie natürlich sehr schwer klar kam. Ich hatte immer das Gefühl für meine Familie da sein zu müssen, was umgekehrt leider nicht so war. Stattdessen machte meine Mutter mir ständig Vorwürfe und hört mir nicht richtig zu. Ich habe oft Selbstmordgedanken und ritze mich auch regelmäßig. Tagsüber geht es, da ich viel unterwegs bin. Aber abends wird der Druck schlimmer. Was soll ich tun?

Dr.-Sommer-Team: Vertraue Dich jemandem an!

Liebe Stella,

es ist verständlich, dass Du Dich allein fühlst und mit Deiner Situation völlig überfordert bist. Depressive Gefühle entstehen da schnell. Der Verlust eines Elternteils ist eben ein Erlebnis, das einen Menschen in seinen Grundfesten erschüttert und wodurch man erst mal gar nicht weiß, wie das Leben überhaupt weiter gehen soll. Der Gedanke, alles zu beenden ist deshalb schnell da.

Deshalb sorge jetzt dafür, nicht allein zu bleiben mit Deinen Gefühlen. Vertraue Dich jemandem an. Es gibt zum Beispiel extra Gruppen für Kinder und Jugendliche, die einen wichtigen Menschen in ihrem Leben verloren haben. Sie treffen sich und teilen ihre Gedanken und Gefühle miteinander, statt allein damit zu bleiben. Und ein psychologischer Berater ist auch oft dabei, der bei der Bewältigung der Trauer und Krisen hilft. So einem Menschen kannst Du auch anvertrauen, dass Du Dich ritzt und ihn um Hilfe bitten. Denn Ritzen ist natürlich keine Lösung für Probleme. Im Gegenteil.

Also bleib nicht allein und hole Dir Unterstützung bei anderen Menschen, damit Du wieder einen Sinn im Leben findest. Hilfen für Dich gibt es zum Beispiel bei www.allesistanders.de und bei www.youngwings.de, der Onlineberatungsstelle für trauernde Kinder und Jugendliche.

Und was Deine Mutter angeht, ist es vielleicht so, dass sie in ihrer eignen Trauer gefangen ist. Und dann schaffen es Angehörige manchmal nicht, die Trauer der Kinder in der Familie zu sehen und sie aufzufangen. Deshalb reagiert Deine Mutter vermutlich im Moment oft angespannt oder auch ungerecht, statt zusammen mit Dir zu reden oder zu weinen. Das macht sie aber sicher nicht, um Dir das Leben schwer zu machen, sondern weil sie es gerade nicht anders kann. Vielleicht braucht auch sie Hilfe, um mit ihrer Trauer besser umgehen zu können und Dich nicht aus den Augen zu verlieren.

Sag ihr ruhig ganz deutlich, dass Du traurig bist und Dir wünschst, dass Ihr liebevoller und verständnisvoller miteinander umgeht. Vielleicht kannst Du ihr in einem ruhigen Moment erzählen, wie wenig Hoffnung Du gerade spürst und was Du jetzt von ihr brauchst.

Wir wünschen Dir alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit!

Dein Dr.-Sommer-Team

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Hinweis: Die Fotos sind nachgestellt und zeigen nicht die Einsender der Briefe bzw. Mails.