Können HIV-Infizierte gesunde Kinder kriegen?

Können HIV-Infizierte gesunde Kinder kriegen?

Es ist auch für HIV-Positive Menschen möglich, nicht infizierte Babys zur Welt zu bringen. Wichtig ist dabei, dass die Infektion bekannt ist und die Betroffenen in ärztlicher Behandlung sind.

Wenn die HIV-Therapie wirkt und im Blut fast kein oder kein HI-Virus mehr nachweisbar ist, dann können auch HIV-positive Frauen ein gesundes Baby bekommen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Baby während der Schwangerschaft oder Geburt mit dem Virus anstecken wird, ist in dieser Situation sehr gering. „Die Schwangere wird dann in einer Frauenarztpraxis oder einer Frauenklinik mit HIV-Schwerpunkt betreut, die eng mit den Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeitet, die die Therapie bisher durchgeführt haben“, so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Wenn HIV-positive Schwangere keine Therapie und keine spezielle medizinische Betreuung erhalten, so steckt sie etwa jede fünfte ihr Kind während der Schwangerschaft an. Das Risiko kann allerdings auf etwa 1% gesenkt werden, so Dr. Albring, wenn die HIV-Therapie sorgfältig angepasst und eingenommen wird, wenn bei der Geburt darauf geachtet wird, dass das Risiko einer Virus-Übertragung so klein wie möglich bleibt, wenn die Mutter auf das Stillen verzichtet und wenn das Baby sicherheitshalber über die ersten vier Lebenswochen noch eine Anti-Virus-Therapie bekommt.

Als weitere Voraussetzungen dafür, dass die Schwangerschaft zu einem guten Ende gebracht werden kann, zählt der Frauenarzt folgende Faktoren auf: Kein Fortschreiten der Infektion in den letzten sechs Monaten, außerdem eine Situation, in der noch nicht alle AIDS-Medikamente bis an die Grenze eingesetzt sind, keine zusätzlichen Erkrankungen wie Hepatitis, Diabetes oder Anfallsleiden und keine weiteren gynäkologischen oder geburtshilfichen Risiken. Wenn einer der beiden Partner HIV-positiv ist, der andere nicht, ist eine künstliche Befruchtung empfehlenswert, damit es nicht beim ungeschützten Sex zu einer Virusinfektion kommt.

© Berufsverband der Frauenärzte (BVF) e.V. 2013

 

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