Ist die Pille ohne Risiko?

Ist die Pille ohne Risiko?

Emma, 15: Ich möchte demnächst anfangen die Pille zu nehmen. Ich bin mir aber wegen der Nebenwirkungen noch nicht ganz sicher. Deshalb meine Fragen: Kann die Pille etwas an meinem Körper, wie zum Beispiel meinem Gewicht verändern? Und welche Pille kommt für mein Alter am besten in Frage? Muss meine Mutter zum Frauenarzt mitkommen oder brauche ich eine Einverständniserklärung? Bitte erklärt mir, wie das alles funktioniert.

Dr.-Sommer-Team: Nein. Sie kann Nebenwirkungen haben!

Liebe Emma,

die Pille wird von den meisten Mädchen gut vertragen. Sie kann aber - wie jedes andere hormonelle Verhütungsmittel auch - unerwünschte Nebenwirkungen haben. Und es ist gut, wenn Du Dir vorher darüber bewusst bist.

Typische Nebenwirkungen sind vor allem zu Beginn der Einnahme Zwischenblutungen, Übelkeit oder Brustspannen. Einige Mädchen erleben auch Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen. Oftmals legen sich diese Beschwerden aber nach einiger Zeit. Wer damit Probleme bekommt, sollte seinen Frauenarzt darauf ansprechen. Möglicherweise ist ein anderes Präparat besser geeignet.

In seltenen Fällen kann es auch zu schweren Komplikationen kommen, wie Thrombosen (Gefäßerkrankungen) oder Schlaganfälle. Ein höheres Risiko für Thrombosen haben zum Beispiel übergewichtige Frauen, Raucherinnen, Diabetikerinnen und Frauen mit Bluthochdruck. Sie sollten besser nicht mit der Pille verhüten.

Deshalb muss immer der Frauenarzt abschätzen, ob er einem Mädchen die Pille verschreiben kann, wenn ja welches der vielen Präparate oder ob ein anderes Verhütungsmittel besser geeignet wäre.

Eine Gewichtszunahme gibt es normalerweise nicht oder nur minimal, wenn das richtige Präparat gewählt wurde. Einige Pillenanwenderinnen nehmen wegen leichter Wassereinlagerungen leicht zu. Wer das bei sich beobachtet, sollte mit seinem Arzt sprechen. Denn das muss nicht sein.

Ab 14 Jahren kann normalerweise jedes Mädchen ohne Zustimmung der Eltern zum Frauenarzt gehen, um sich die Pille verschreiben zu lassen. Du kannst es also Deiner Mutter sagen, aber Du musst es nicht.

Wenn Du immer noch unsicher bist, hole Dir einen unverbindlichen Termin zur Beratung bei Deiner Frauenärztin. Zusammen mit ihr kannst Du überlegen, welches Verhütungsmittel zu Dir und Deinen Vorstellungen passt.

Dein Dr.-Sommer-Team

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