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Diesmal erfahren wir von Anna, wie und mit wessen Hilfe sie es schaffte, offen darüber zu reden und dazu zu stehen, lesbisch zu sein.

Annas Steckbrief:

BRAVO.de-Nick: anonym

Vorname: Anna

Alter: 18 Jahre

Wohnort: anonym

Annas Geschichte:

Eigentlich hatte ich seit zehn Minuten schon Wochenende. Ich könnte längst weg sein. Warum ich immer noch in meiner Klasse saß? Ich hatte meine Deutschlehrerin um ein Gespräch gebeten. Ja, genau, ihr habt richtig gelesen. Im Grunde weiß ich selbst nicht so genau, was ich hier mache. Wer rennt denn bitte freiwillig zu einer Lehrerin? Meistens ist es ja umgekehrt, und die Lehrer wollen einen sprechen.

Mir war jetzt schon schlecht. Ich musste doch bekloppt sein. Ich war kurz davor, etwas auszuplaudern, was ich seit nunmehr sechs Jahren verschwiegen habe, seit ich 12 war. Aber es ging nicht anders. Wenn ich nicht langsam mal damit herausrückte, wäre ich geplatzt. Wobei sich mir die Frage stellte, ob reden überhaupt helfen würde.

"Also, Anna, dann erzähl mal." Meine Lehrerin guckt mich an. Sie ist lieb.

Eigentlich habe ich nichts zu befürchten. ich habe trotzdem Angst.

Jetzt gab es kein zurück mehr. Ich schluckte, starrte aus dem Fenster. Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass mir der Himmel auf den Kopf fallen könnte, wenn ich etwas sage. Fragt sich nur, was angenehmer wäre. Vom Himmel erschlagen zu werden oder an Unausgesprochenem zu ersticken.

"Also, ich bin lesbisch und komm damit überhaupt nicht klar." Tief durchatmen. Ich habe es tatsächlich gesagt. Und ich lebte noch. Meine Lehrerin reagierte super. Sie erzählte mir von Leuten, die sie gekannt hat, die das gleiche Problem hatten. Von berühmten Künstlern, Genies und Wissenschaftlern, die auch so waren. Sie redete mir ins Gewissen, dass ich deswegen kein schlechterer Mensch bin und dass ich es nicht als Macke betrachten darf. Sie meinte, ich soll es meinen Eltern oder meiner besten Freundin sagen. Dazu müsste ich mich erst einmal trauen. Sie sagte, wer mich dann hängen lässt, den kann ich sowieso vergessen.

Wo sie recht hat, hat sie recht.

Inzwischen habe ich es geschafft, mich bei meiner Familie und meinen

Freunden zu outen. Es war gar nicht so schlimm, wie ich gedacht hätte. Fast alle halten zu mir, und die wenigen blöden Sprüche, die ich mir anhören muss, interessieren mich gar nicht. Im Nachhinein würde ich sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war, mich meiner Lehrerin anzuvertrauen. Sie hat mir unglaublich Mut gemacht!

Eure Anna

Dr.-Sommer-Infos

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