Ich darf keine Slipeinlagen!

Ich darf keine Slipeinlagen!

Jana, 14: Meine Mutter ist Frauenärztin. Als ich sie neulich drauf ansprach, dass ich gern Slipeinlagen benutzten würde, hat sie mir gesagt, dass ich die nicht nehmen dürfte, weil sie angeblich die Entstehung von Scheidenpilz fördern. Wenn ich sie jetzt trotzdem nehmen würde, würde sie austicken. Ich hab so viel Weißfluss und möchte so gern Slipeinlagen benutzen. Aber ich hab Angst, dass meine Mutter dann verlangt, dass ich in ihrer Praxis untersucht werde. Was soll ich tun?

Dr.-Sommer-Team: Das ist Deine Entscheidung!

Liebe Jana,

in Deiner Frage stecken gleich drei Themen. Deshalb wird die Antwort etwas länger.

Zu den Slipeinlagen:

Es ist etwas dran an der Aussage Deiner Mutter, dass Slipeinlagen die Entstehung von Scheidenpilz begünstigen können. Denn es gibt einige Slipeinlagen-Produkte, die durch die darin enthaltenen Kunststoffe das Schwitzen in der Intimregion begünstigen, die freie Luftzirkulation behindern und damit das Wachstum von Pilzen oder Bakterien fördern. Wenn Du allerdings darauf achtest, dass Du dünne, atmungsaktive Slipeinlagen benutzt, und sie regelmäßig wechselst, müssen Slipeinlagen nicht zum Problem werden. Eine Alternative für Mädchen, die zu Pilzbildung neigen sind waschbare, luftige Slipeinlagen aus Baumwolle oder Seide.

Wer entscheidet?

Unabhängig davon ist entscheidend: Deine Mutter kann zwar gegen die Benutzung von Slipeinlagen sein. Aber mit 14 Jahren entscheidest Du allein, was Du in Deine Unterhose tust – oder nicht. Und Deine Mutter kann nicht einfach von Dir verlangen, dass Du Dich gynäkologisch untersuchen lässt. Solange Du keine Probleme hast, ist das nämlich noch nicht erforderlich. Vielleicht ist es Dir sogar lieber, in eine andere Praxis zu gehen? Das wäre verständlich.

Zum Stress zwischen Deiner Mutter und Dir!

Es ist wohl an der Zeit, Deiner Mutter deutlich aber freundlich zu sagen: „Mama, ich weiß, dass Du es gut meinst. Aber diese Dinge möchte ich selber entscheiden. Auch wenn Du Ärztin bist und Dich gut auskennst.“ Solche Gespräche sind zwischen Jugendlichen und ihren Eltern wichtig. Denn Du triffst jetzt selbständige Entscheidungen, in dem Wissen, dass sie Deine Mutter vielleicht hin und wieder nicht gut findet. Das ist der Grund, warum es während der Pubertät öfter mal Stress in der Familie gibt. Doch manche Auseinandersetzung kannst Du eben nicht verhindern. Vor allem nicht, wenn Dir etwas besonders wichtig ist. Du kannst nur abwägen, in welchem Fall Dir Deine Haltung den Stress Wert ist.

Dein Dr.-Sommer-Team

Mehr Infos:

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Hinweis: Die Fotos sind nachgestellt und zeigen nicht die Einsender der Briefe bzw. Mails.