Magersucht! Hilfen bei der Essstörung Anorexie

Hunger ja! Essen nein! Die Qual der Magersucht!
Hunger ja, essen nein! Die Qual der Magersucht!

Magersucht ist oft die Reaktion auf eine seelische Belastung. Und je schwerer diese Belastung ist, desto wichtiger ist professionelle Hilfe. Es braucht seine Zeit, bis sich Erfolge einstellen. Eine Psychotherapie ist immer sinnvoll. Einigen Erkrankten hilft es, wenn sie dafür eine Zeit lang in einer Klinik verbringen. Vor allem dann, wenn es in der Familie große Probleme gibt. Da die Klärung von Konflikten innerhalb der Familie eine große Bedeutung für die Heilung hat, kann eine Familientherapie besonders gut helfen.

Meist lassen sich Betroffene erst helfen, wenn sie ihre Krankheit selbst einsehen und sich eingestehen, magersüchtig zu sein. Solange das nicht passiert, hast du kaum eine Chance zu helfen. Wenn Du es bereits erfolglos versucht hast, hör auf damit. Diese Krankheit kann auch ein lieber Freund nicht heilen. Denn selbst für Profis ist sie eine harte Nuss. Sie für Deinen Freund/Deine Freundin da, wie vorher auch. Das genügt.  

 

Wenn Du selbst an einer Essstörung leidest:

Wenn Du Dir selbst eingestehst, dass Dein Umgang mit Dir und Deinem Körper problematisch ist und Du erkennen kannst, dass Du krank bist, ist das der erste wichtige Schritt. Bleib jetzt mit Deinen Gefühlen nicht länger allein und hole Dir professionelle Hilfe!

Das kannst Du tun:

Eltern oder andere nahe Angehörige können eine wichtige Stütze sein!
Eltern oder andere nahe Angehörige können eine wichtige Stütze sein!
  • Sprich mit Deinen Eltern oder vertrauten Menschen über Deinen Zustand!
  • Informiere Dich selbst über Magersucht! Zum Beispiel auf einem der Online-Portale oder bei einer Beratungsstelle für Essstörungen in Deiner Nähe.
  • Nimm Kontakt zu einer Beratungsstelle auf! Das kannst Du online, telefonisch, per Mail oder persönlich.
  • Geh zum Arzt und lass Dich untersuchen! Denn für eine Veränderung ist es wichtig, dass Dein Körper und Deine Seele gut betreut und versorgt sind.
  • Wenn Du keinen Therapeuten kennst, bitte Deine Eltern, in der Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie des nächstgelegenen Krankenhauses nachzufragen. Auch dort gibt es Ärzte und Therapeuten, die auf Essstörungen spezialisiert sind.
 

Du machst Dir als Freund/in Sorgen?

Deine Freundin ist zu dünn und Du machst dir deshalb Sorgen um sie? Das ist verständlich. Denn vielleicht ist sie wirklich magersüchtig - oder hat eine andere Krankheit. Oder es gab ein besonderes Ereignis bei ihr. Dann ist es völlig okay, wenn Du mit ihr redest. Erzähle ihr ohne Vorwürfe, was Du bei ihr beobachtest.

Sage ihr, dass Du Dir Sorgen machst. Am besten machst Du das in einem ganz ruhigen und ungestörten Moment. Redet am besten wenig über Gewicht und Essen. Viel wichtiger ist die Frage, ob sie etwas bedrückt, oder ob sie Sorgen hat.

Du kannst ihr die Adresse von einer Homepage mit hilfreichen Informationen geben. Oder Du bietest ihr an, sie zu einer Beratungsstelle zu begleiten. So hast du ihr als Freundin schon sehr geholfen.

Wichtiger Hinweis:

Es gibt ganz schmale oder schlanke Jugendliche, die nicht magersüchtig sind. Sie leiden darunter, dass sie immer wieder für krank oder unterernährt gehalten werden - oder so genannt werden. Sei also vorsichtig, wenn Du Deine/n Freund/in auf deine Beobachtung ansprichst. Es kann sein, dass die schlanke Figur bei ihm/ihr Typsache ist. Wenn Dich die Antwort nicht beruhigt, bleib weiter wachsam aber zurückhaltend. Denn nicht selten vertuschen Magersüchtige ihre Krankheit mit genau dieser Begründung.

Freunde können durch zuhören helfen!
Freunde können durch zuhören helfen!

Tipps für Eure Freundschaft:

  • Wichtig ist auch, dass du deine Freundin/deinen Freund ganz normal behandelst! Sprich mit ihr/ihm auch über alle möglichen Themen, wie sonst auch!
  • Auch wenn deine Freundin/Freund ihre/seine Krankheit nicht zugeben will: Versuch das zu respektieren. Sprich sie/ihn zu einem späteren Zeitpunkt noch mal drauf an!
  • Unterhalte dich mit deiner Freundin/deinem Freund nicht nur ausschließliche über Essen, Ernährung, Gewicht oder Aussehen!
  • Sei Ehrlich! Sag deiner Freundin/deinem Freund, was du denkst! Erzähle von deinen Ängsten um sie/ihn! ("Ich mache mir Sorgen über deine Gewichtsabnahme?“)
  • Stell sie/ihn nie zur Rede! Versuch kein Gespräch über ihren/seinen Zustand zu erzwingen. Betroffene reagieren sonst mit Abwehr und Verleugnung.
  • Kontrollier nicht das Essverhalten deiner Freundin/deines Freundes! Sie/er sollte sich nicht beobachtet fühlen.
  • Bleib an ihrer/seiner Seite! Gib die Freundschaft nicht auf!
  • Achtung: Zu viel Sorge verschreckt die Betroffenen!
  • Versprich deiner Freundin/deinem Freund nie, ihre/seine Essstörung geheim zu halten!

WICHTIG: Dringender Handlungsbedarf für Angehörige besteht, wenn Betroffene apathisch reagieren, nur noch mit leiser Stimme sprechen, kraftlos sind und beim kleinsten Konflikt mit Weinen reagieren. Das sind Alarmsignale, die als ersten Schritt einen Arztbesuch nötig machen. Wenn das Leben des Kindes in Gefahr ist, kann die Unterbringung in einer Psychiatrie für Kinder und Jugendliche helfen. Zur Not gegen den Willen des Kindes und zu seinem Schutz.

Es ist hilfreich, wenn sich Angehörige und/oder Freunde an eine Beratungsstelle wenden und sich Hilfe holen, um besser mit der Erkrankung umgehen zu lernen.

 

Adressen: Hier bekommst du Hilfe!

Der Dajeb Beratungsstellenführer

Magersucht-Online

Kabera e.V.

ANAD e.V.

Cinderella

Diese Adressen sind auch geeignet für Jugendliche mit anderen Essstörungen!