Essstörungen! Die wichtigsten Infos!

Essstörungen! Die wichtigsten Infos!

Wir erklären, welche Krankheiten so bezeichnet werden, woran Du sie erkennst und was Du dagegen tun kannst!

Essen gehört für die meisten Leute zu den schönen Dingen im Leben. Aber nicht für alle. Immer mehr junge Menschen sind von einer sogenannten Essstörung betroffen, Jungen genau wie Mädchen. Das heißt, sie essen viel zu wenig, zu viel oder erbrechen das Essen direkt nach der Nahrungsaufnahme. Und das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für den Körper. Denn Essstörungen können zu gefährliche Erkrankungen führen, die sich ganz unterschiedlich zeigen und sogar tödlich enden können. Deshalb brauchen Betroffene meist professionelle Hilfe von Ärzten und Therapeuten.

Hast Du Dich schon mal gefragt, ob Dein Essverhalten normal ist oder zum Beispiel eine Freundin von einer Essstörung betroffen sein könnte? Hier erfährst Du mehr darüber, was Anzeichen für eine Essstörung sein können und wo es Hilfe für Dich oder andere gibt. . .

Welche Essstörungen gibt es?

Unterschieden werden vor allem drei Essstörungen:

Bei der sogenannten "Binge-Eating-Störung" essen die Betroffenen innerhalb kurzer Zeit viel mehr als sonst. Ein Essanfall also, bei dem der Mensch die Kontrolle über sein Essverhalten verliert. Betroffene haben oftmals Übergewicht.

Leidet jemand an "Bulimie", treten ebenfalls Essanfälle auf. Danach versuchen die Betroffenen jedoch alles, um nicht zuzunehmen. Oft übergeben sie sich deshalb nach dem Essen oder nehmen Abführmittel. Betroffene sind oft normalgewichtig, können aber auch über- oder untergewichtig sein. Oft leiden sie unter Gewichtsschwankungen.

Bei der "Anorexie" nehmen die Betroffenen bewusst sehr viel ab und werden zunehmend dünner – finden sich allerdings auch bei erreichtem Untergewicht noch zu dick. Deshalb machen sie meist übertrieben viel Sport und hungern sich regelrecht zu Tode. Es sei denn, die nehmen rechtzeitig Hilfe an.

Schon essgestört – oder noch "normal"?

Schwer zu sagen: Ist jemand auf dem besten Wege, in die Erkrankung abzurutschen, steckt er bereits tief drin oder ist vielleicht ja doch alles in Ordnung? Und viele Essstörungen bleiben lange unentdeckt oder werden erst zu spät erkannt. Wenn Du unsicher bist, ob Du oder jemand anders betroffen sein könnte, dann mach den Test.

Ist ein Freund/eine Freundin betroffen?

Gut möglich, dass lange niemandem im Umfeld einer/s Essgestörten Veränderungen auffallen. Ziemlich oft werden Anzeichen geschickt versteckt oder Ausreden erfunden, wenn Betroffene darauf angesprochen werden.

Als Beobachter kannst Du unterschiedliche Veränderungen der Erkrankten feststellen, die typisch für eine Essstörung sind:

Ist der Gewichtsverlust oder Zunahme offensichtlich zu sehen? Häufig sind Essgestörte nach kurzer Zeit wesentlich schlanker oder dicker, als sie es noch wenige Wochen zuvor gewesen sind.

Hat sich der Körper einer Freundin sehr verändert? Der Körper reagiert auf die gestörte Nahrungsaufnahme: Frieren im Hochsommer, Haarwuchs im Gesicht und am Bauch oder das Ausbleiben der Regel sind nur einige der Symptome.

Treibt jemand neuerdings übertrieben viel Sport? Um möglichst viel abzunehmen, sind körperliche Aktivitäten bei Essgestörten beliebt.

Scheinen die Clique und Hobbies auf einmal nicht mehr wichtig? Viele Betroffene ziehen sich zurück, denn die Erkrankung bestimmt zunehmend das gesamte Leben. Ausgelassen und fröhlich zu sein, scheint den Erkrankten kaum möglich. Stimmungsschwankungen erschweren ihnen das Leben zusätzlich.

Wenn Dir solche Dinge auffallen, kannst Du sie ansprechen. . .

Betroffene ansprechen?

Ob Du eine möglicherweise betroffene Person direkt ansprichst, ist Deine eigene Entscheidung. Wichtig ist, dass es Dir mit Deinem Entschluss gut geht und Du Dich nicht selber überforderst. Wenn Du Dir Sorgen um einen nahestehenden Menschen machst, solltest Du damit aber auf keinen Fall alleine bleiben! Sprich mit jemandem, dem Du vertraust.

Befürchtungen richtig ansprechen!

Wenn Du Dich entschließt, ein offenes Wort zu sprechen, versuche einfühlsam zu sein. Zum Beispiel so: „Mir ist aufgefallen, dass Du sehr dünn geworden bist. Kann es sein, dass es Dir nicht gut geht oder dass Du Sorgen hast? Ich mache Gedanken darüber, weil ich dich so gern hab.“ So fühlt sich Dein Gegenüber nicht angegriffen und kann überlegen, wann und wie weit er/sie breit ist darüber zu reden. Sei nicht gekränkt, wenn er/sie nicht darüber sprechen will. Auch das ist oft Teil der Krankheit und nichts gegen Dich persönlich.

Wieso entstehen Essstörungen?

Dazu wurde noch keine eindeutige Antwort gefunden. Konflikte in der Familie oder einer Beziehung scheinen aber eine bedeutende Rolle zu spielen. Manchmal sind auch schlimme Erlebnisse in der Kindheit der Auslöser für eine Essstörung. Deshalb geht es mit professioneller Hilfe viel leichter, wieder auf gesunde Weise essen zu lernen und die persönlichen Probleme besser zu bewältigen.

Wo es Hilfe gibt!

Essstörungen können heute sehr gut behandelt werden. Unterstützung gibt es vom Hausarzt, Kinder- und Jugendarzt oder in speziellen Abteilungen vieler Krankenhäuser und Kliniken. Scheue Dich nicht davor, Kontakt zu einer Beratungsstelle aufzunehmen. Denn ohne professionelle Hilfe ist es sehr schwer, eine Essstörung wieder allein in den Griff zu bekommen. Im Internet kannst Du Dich gut darüber informieren. Zum Beispiel hier.