Erpressung mit Nackt-Screenshots und Videos!

Erpressung mit Nackt-Screenshots und Videos!

Zahle 1000 Euro oder wir veröffentlichen Dein Nackt-Video! Aufforderungen dieser Art bekommen immer wieder Jungen und Mädchen, deren Vertrauen oder Gutgläubigkeit für kriminelle Taten Erwachsener missbraucht wird.

Denn es gibt Menschen, die Jugendliche nicht nur geschickt dazu animieren, ihnen Nacktbilder von sich zu schicken (Sexting). Sondern sie manipulieren auch Jungen und Mädchen, sich vor der Webcam auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Dann zeichnen diese Kriminellen die Videos ohne Zustimmung der Jugendlichen auf, um sie anschließend mit der Androhung der Veröffentlichung zu erpressen.

Auf diesen Missbrauch der Jugendlichen und ihrer Videos, der auch englisch als Sextorsion bezeichnet wird, fallen nicht nur Jüngere rein. Es gibt auch viele Erwachsene, die im Chat den Video-Erpresser in die Falle tappen. Aus Angst vor öffentlicher Bloßstellung bezahlen viele Opfer das Geld, was sie aber nicht sicher vor einer Veröffentlichung schützt.

 

Wie viele sind betroffen?

In Deutschland sagt die JIM-Studie 2013 aus, dass bei 32 Prozent der Befragten zwischen zwölf und 19 Jahren in ihrem Bekanntenkreis schon einmal jemand per Handy oder Internet "fertig gemacht" wurde. Dazu gehört sicher auch ein Teil der Betroffenen, die mit der Verbreitung von Videos und Nacktbildern schikaniert wurden.

Und die Schweizer James-Studie 2012 hat herausgefunden, dass bei knapp 40 Prozent der Befragten Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren Bilder oder Videos ohne deren Zustimmung online gestellt wurden. Viele von ihnen mussten außerdem schon miterleben, dass jemand ihm gegenüber anzügliche Bemerkungen machte, ihm pornografische Fotos oder Filme schickte, es zum Sex vor der Webcam aufforderte und Ähnliches.

 

Wie Du Dich schützen kannst!

Lasse Dich nie von Unbekannten dazu auffordern, intime Anblicke von Dir vor der Webcam zu gewähren oder intime Bilder von Dir zu verschicken. Auch nicht, wenn jemand auf vertrauenswürdig macht oder eine "Gegenleitung" verspricht.

Ist es Dir doch passiert, zahle niemals das Geld, das von den Erpressern gefordert wird! Denn sie halten sich oft nicht an ihr Versprechen und verlangen entweder noch mehr Geld oder veröffentlichen die Dateien trotzdem.

Auch wenn es peinlich ist: Erzähle einem Erwachsenen Deines Vertrauens davon, der sich mit Dir um eine Lösung des Problems kümmern kann. Am besten Deine Eltern!

Stopp den Kontakt und deaktiviere den Account auf dem es passiert ist, aber lösche ihn nicht. Archiviere entsprechende Chat-Protokolle. Sie sind wichtige Beweise, um Tätern auf die Spur zu kommen.

Geh zur Polizei und erstatte Anzeige. Oft können die Täter zwar nicht ermittelt werden. Aber ausgeschlossen ist es nicht.

Hole Dir Hilfe, wenn Du den Druck nicht aushältst, seit Du wegen intimer Bilder oder Videos erpresst oder fertig gemacht wirst.

Adressen von der nächsten Polizei-Station, von Psychologen und Beratungsstellen in Deiner Nähe, die sich mit diesem Thema auskennen, findest Du zum Beispiel unter www.buendnis-gegen-cybermobbing.de/index.php?id=5

 

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