Erfolgreich sagen, was du willst! So geht's!

Dr. Sommer-Spezial: Erfolgreich sagen, was du willst!
Dr. Sommer-Spezial: Erfolgreich sagen, was du willst!

Du hast ein klares Ziel vor Augen! Und es scheint zum Greifen nah. Doch Du bist noch unsicher, wie Du es den Menschen verklickern sollst, deren Erlaubnis oder Hilfe Du dafür brauchst? Wir geben Tipps, wie Du Dein Anliegen so rüberbringst, dass die Erfolgschance besonders hoch ist. Los geht`s:

Was ist Dir das Wichtigste?

Je klarer Du formulieren kannst, was Du willst und warum es Dir so wichtig ist, desto eher kann Dein Gegenüber Dein Anliegen nachvollziehen und annehmen. "Ich will auch mal lange auf einer Party bleiben!" kommt nicht so überzeugend rüber wie zum Beispiel: "Es wäre so toll, wenn ich auf XYs Geburtstag bis 12 Uhr bleiben dürfte, weil da der Junge ist, den ich so süß finde. Bitte macht doch da mal eine Ausnahme!"

Also überlege gründlich, was genau Dir wichtig ist und wie Du es mit guten Argumenten begründen kannst, falls Du nicht auf Anhieb Erfolg hast.

Verhandeln!

Dein Gegenüber ist vielleicht überlegen? So wie Eltern, die nun mal oft das letzte Wort haben. Doch auch da kannst Du nachfassen und etwas anbieten oder fragen, was sie vielleicht doch noch umstimmt. Etwas Verhandlungsgeschick kann hier sehr hilfreich sein.

Frag zum Beispiel: "Was kann ich tun, um dir die Entscheidung leichter zu machen?" Oder: "Wenn es nicht heute geht, wann geht es dann? Mir ist das so wichtig: Wie kann ich dir zeigen, warum ich es unbedingt machen möchte." Je mehr Argumente Du hast, desto besser stehen Deine Chancen.

Deals anbieten!

Du merkst, dass Du als Erster aktiv werden musst, wenn Du Dein Ziel erreichen willst? Dann überlege Dir, welches Opfer Du bereit bist zu bringen, um Dein Ziel zu erreichen. Bei Eltern geht zum Beispiel: "Wenn du mich hinfährst, mach ich am Wochenende eine Stunde den Garten/helfe dir beim Einkaufen/sauge ich einmal durch..." Was auch immer. Es muss nur realistisch sein und Du musst es auch tun. Sonst hast Du beim nächsten Mal schlechte Karten. Oder bei Freunden geht auch etwas wie: "Hilfst du mir mit der Mathearbeit, bring ich dir nächste Woche was Süßes mit/helf ich dir in Englisch…"

Ein "Nein" nicht stehen lassen!

Bei Eltern oder Lehrern kann es Dir schnell passieren, dass Du im Alltag ein "Nein" kassierst, ohne dass die anderen lange überlegt haben. Da lohnt es sich nachzufragen, wie genau denn die Absage begründet wird. "Ich bin doch nicht mehr 10 Jahre alt. Warum GENAU darf ich das jetzt nicht und wann denkst Du, wirst Du es mir erlauben? Was ist dann, was jetzt in Deinen Augen noch nicht ist?" Oder: "Warum kann ich das in ihren Augen nicht machen? Ohne eine Begründung weiß ich nicht, was ich nächstes Mal anders machen kann."

Du kannst so lange nachbohren, bis Du eine Antwort bekommst, die Du nachvollziehen kannst, auch wenn Du sie vielleicht nicht toll findest. Aber einfach nur ein "Nein" ist unfair.

Vorwürfe vermeiden!

Nie darf ich was! Immer kommen die anderen dran! Du bist gemein! Sie sind unfair! All diese Sätze schießen einem in den Kopf, wenn man Sorgen hat, dass man sein Ziel nicht oder nur schwer erreichen wird. Doch Vorwürfe werfen Dich meist nur weiter zurück. Formuliere alles, was Du willst, als positive Botschaft. Dann können es andere besser annehmen.

Zum Beispiel: "Ich möchte so gern am Wochenende zu meiner Freundin, weil wir dann endlich mal Zeit füreinander haben. In der Woche ist so viel Schule. Mir ist das wirklich wichtig. Geht das?" Das klingt besser als: "Das ist voll unfair, dass ich am Wochenende nicht bei meiner Freundin übernachten darf. Ihr seid so spießig." Den letzten Satz kannst Du Dir vielleicht denken. Aber behalte ihn lieber für Dich.

Oder in der Schule: "Ich kann/mag die Aufgabe nicht, die ich von ihnen bekommen habe. Kann ich vielleicht ein anderes Thema machen?" Oder: "Kann ich dafür vielleicht etwas mehr Zeit bekommen?" statt: "Immer krieg ich die blöden Aufgaben von ihnen. Mögen sie mich etwa nicht?" Du merkst sicher den Unterschied. Der Ton macht na klar immer die Musik.

Suche Verbündete!

Freunde, Mitschüler, eine Tante oder der Opa – sie alle können Dir helfen, an Dein Ziel zu kommen, in dem sie sich hinter Dich stellen. Manchmal merken sie jedoch nicht von selbst, dass Du sie brauchst. Dann bitte sie um Deine Hilfe. Zum Beispiel so: "Kannst du nicht mal mit Mama reden, dass sie mich auch mal länger ausgehen lässt? Ich muss immer als erster nach Hause." Oder: "Kannst du das nächste Mal erzählen, wieviel Taschengeld du bekommst, wenn ich mit dem Thema anfange. Vielleicht krieg ich dann auch ein bisschen mehr rausgehandelt." Oder: "Wenn XY das nächste Mal unfair zu mir ist, wäre es echt nett, wenn du da was zu sagen könntest. Auf mich hört er/sie nicht so richtig."

Probier es im Kleinen aus und schau, welche Strategie anschlägt. Viel Erfolg dabei!