Die Dr. Sommer-History: So fing alles an!

Die Dr. Sommer-History: So fing alles an!
Die Dr. Sommer-History: So fing alles an!

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Am 20. Oktober 2009 feiert die Beratungsrubrik ?Dr. Sommer? 40. Geburtstag. Genau genommen begann Jugendberatung und Aufklärung in BRAVO sogar noch früher: Ende 1962 startete BRAVO mit die Aufklärungs- serie ?Knigge für Verliebte? des Psychologen Christoph Vollmer, bevor ?Dr. Sommer? 1969 seine Beratungstätigkeit aufnahm. Ab Ausgabe 43/1969 (20. Oktober 1969) spricht Woche für Woche ?Ein Mann von heute mit den BRAVO-Lesern über ihre Sorgen und Probleme?.

Fachleute aus psychologischen und pädagogischen Fachbereichen beantworten seit vier Jahrzehnten die Fragen der Jugendlichen ? per Post, per Telefon und heute auch per E-Mail. Dr. Martin Goldstein, der erste Jugendberater unter dem Pseudonym Dr. Sommer, spricht von mehreren Tausend Briefen pro Woche Anfang der siebziger Jahre.

Viele Hundert Anfragen sind es heute für das Beratungsteam. Damals wie heute werden jeder Brief und jede E-Mail persönlich beantwortet!

Eine Auswahl von vier bis fünf Zuschriften findet jede Woche beispielhaft ihren Weg in die ?Sprechstunde? der Jugendzeitschrift: leicht gekürzt, immer anonym und mit geändertem Namen. Die Leserinnen und Leser im Alter zwischen 11 und 17 Jahren sollen sich in den veröffentlichten Fragen wiederfinden. Seit der Ausgabe 43/1969 hat ?Dr. Sommer? mehr als 10.000 Fragen der Jugendlichen in BRAVO öffentlich beantwortet.

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Bis in die achtziger Jahre steht die Dr.-Sommer-Rubrik unter der Überschrift ?Was Dich bewegt?. Mitte der Achtziger ändert sich die Ansprache der Leser mit der Aufforderung ?Sprich Dich aus?. Obwohl hinter der Beratungsrubrik schon in den Anfängen ein Team an Experten steht, um die Menge an Anfragen beantworten zu können, tritt erst Mitte der Achtziger ganz offiziell das ?Dr.-Sommer-Team? in Erscheinung.

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Seitdem zeigt das Team auch erstmals seine Gesichter: Die Leserinnen und Leser wissen, wer hinter dem ?Dr.-Sommer-Team? steht, wem sie schreiben und wer ihnen antwortet. So wichtig die Anonymität für viele Jugendliche ist, um ihre Fragen zu stellen, so wichtig ist es für sie zu wissen, dass sie sich mit ihren Sorgen und Nöten an reale Personen wenden. Das macht die Professionalität des Dr.-Sommer-Teams aus.

Beratungsserien über mehrere Heftfolgen, mit dem Ziel der unverblümten und gleichzeitig angemessen sachlichen Aufklärung der Leser zu thematischen Schwerpunkten, ergänzen seit 40 Jahren die Dr.-Sommer-Sprechstunde in BRAVO.

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Mit Specials wie beispielsweise ?Mädchen beim Frauenarzt? (1970), ?Über die heißen Fragen der Liebe? mit ?Dr. Alexander Korff? (1971), eine Informationsserie in Bildern in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (1973), das ?Liebeslexikon? (1981-1982) bis zu ?Die neue Zärtlichkeit? (1992) und ?Der neue Körperfrust? (2009) werden immer wieder neu die zentralen Fragen der Jugendlichen rund um Liebe, Körper und Sexualität aufgegriffen.

Einige Rubriken sind bis heute fester Bestandteil: 1995 startet die Reihe ?Love & Sex?, ein Vorgänger des aktuellen ?Bodycheck?. Ein Junge und ein Mädchen werden auf der Doppelseite nackt abgebildet, begleitet werden die Fotos von einem Interview über die individuelle Entwicklung in der Pubertät. Die Leser können auf diese Weise ihre eigene Entwicklung mit den (Laien-) Modellen vergleichen.

Bei den Jugendlichen erfreut sich die Dr.-Sommer-Rubrik von Beginn an großer Beliebtheit. Eltern, konservative Interessengruppen und Gesetzeshüter aber nehmen besonders in den Anfangsjahren Anstoß an der Beratungs- und Aufklärungsarbeit von BRAVO. Die Indizierung einzelner Ausgaben wurde beantragt. In 40 Jahren Aufklärung und Beratung mit Dr. Sommer hat es allerdings nur vier Indizierungen durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gegeben, die letzte liegt 14 Jahre zurück. Keine davon betraf die Dr.-Sommer-Sprechstunden.

Wie sehr sich Sexualkunde im Lauf der Jahrzehnte verändert hat, belegt ein Beispiel aus dem Jahr 1972: Die Ausgabe 6 wurde wegen eines Reports zum Thema Selbstbefriedigung indiziert. Man berief sich auf Forschungen, denen zufolge Onanie zu ?depressiver Stimmung, paranoiden Reaktionen? und ?Rückenmarkschwindsucht? führen kann. Insbesondere wurde der ?Aufforderungscharakter? beklagt.

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Der Wert der Aufklärungsarbeit von Dr. Sommer ist heute unter Pädagogen und Jugendberatern unumstritten. Seit Jahren wird Dr. Sommer als kompetenter Partner wahrgenommen ? von Schulen, Experten in der Jugendberatung, aus Vereinen, Verbänden und der Politik ebenso wie von kirchlichen Einrichtungen. Das hat mit der Professionalität der Dr.-Sommer-Beratung zu tun, aber auch mit der veränderten Sicht der Gesellschaft auf die Notwendigkeit der Aufklärung von Jugendlichen in Sachen Liebe, Körper und Sexualität.

?Dr. Sommer? hat auch als Ansprechpartner für die Jugendlichen im Jahr 2009 nicht an Aktualität verloren. In einer Gesellschaft, in der Sexualität und Nacktheit allgegenwärtig sind, und das Internet enorme Möglichkeiten an Informationen bietet, brauchen Heranwachsende Antworten auf ihre persönlichen Fragen. Sie haben die gleichen Sorgen, Nöte und Unsicherheiten, wie hunderttausende 11-Jährige vor ihnen.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die aktuelle ?Dr.-Sommer-Studie 2009?. In 1.200 Interviews wurden zum zweiten Mal die wichtigen Fragen zu Liebe, Körper und Sexualität aus der Sichtweise der Leser mit den Methoden moderner Marktforschung erfasst. Die Studie zeigt Veränderungen in der Lebenswelt junger Menschen auf.

Die Ergebnisse ergänzen die Erfahrungen des Dr.-Sommer-Teams aus der täglichen Beratungsarbeit. Sie widerlegen darüber hinaus empirisch viele Klischees, die in den Köpfen von Erwachsenen auch im 21. Jahrhundert über Jugendliche und Sexualität verankert sind. (Im Frühjahr 2006 wurde die ?Dr.-Sommer-Studie? erstmals durchgeführt.)

Happy Birthday, Dr. Sommer!