Bulimie: Alles über die gefährliche Essstörung!

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen der Bulimie sind noch nicht endgültig geklärt. Es scheint sich aber um eine Kombination von körperlichen, seelischen und sozialen Faktoren zu handeln.

Körperschemastörungen: Der eigene Körper wird trotz Normal- oder Untergewicht als zu dick empfunden. Es fällt den betroffenen jungen Frauen schwer, eine positive Haltung zu ihrer Weiblichkeit zu entwickeln. Das heißt, sie fühlen sich in ihrer Rolle als Frau nicht wirklich wohl und akzeptieren ihren Körper nicht so, wie er ist.

Gestörte Entwicklung der Persönlichkeit, Mangel an Selbstwert- gefühl und Selbstsicherheit: Die eigene Persönlichkeit wird als gespalten erlebt zwischen den Extremen "wie ich sein will" auf der einen und "wie ich bin" auf der anderen Seite. Der Konflikt zwischen perfektionistischem Anspruch an sich selbst und Versagensängsten führt zu großer innerer Anspannung. Diese bauen Ess-Brech-Süchtige ab, indem sie zwanghaft essen und sich dabei gleichzeitig wieder als minderwertig und eklig empfinden.

Familiäres Verhalten: In den Herkunftsfamilien der Bulimie-Kranken steht häufig der Leistungsgedanke im Vordergrund. Gefühle werden total kontrolliert und unterdrückt. Konflikte werden oft nicht offen ausgetragen. Die Betroffenen bekommen zu wenig Unterstützung um ihre Probleme zu bewältigen. Gefährdet sind auch Menschen, in deren Familien Suchtverhalten schon bei anderen Familienmitgliedern eine Rolle gespielt hat.

Oft beginnt die Krankheit mit einer Ernährungsumstellung. So wird manchmal leicht übergewichtigen jungen Frauen von der Familie oder Ärzten eine Diät empfohlen. Missglücken aber eine oder mehrere Diäten, kann sich daraus schnell ein Teufelskreis von Hungern, Essanfällen und Erbrechen ergeben.

Kulturelle Einflüsse: Überzogene Vorstellungen von der perfekten Gesundheit und ein übertriebenes Schlankheitsideal sind typische Themen in unserer Gesellschaft, die bei der Entstehung von Bulimie eine Rolle spielen können.

Neurologische Störungen: Hier sind vor allem die das Sättigungsgefühl beeinflussenden Störungen (Störungen der Serotonin-vermittelten Signalübertragung im Gehirn) zu nennen. Bemerkenswert ist, dass die Nahrungsaufnahme im Gehirn von ähnlichen Zentren wie die sexuelle Aktivität und die Menstruation reguliert wird.

Erbfaktoren: Zusätzlich scheint es genetische Ursachen zu geben. Darauf weisen verschiedene Untersuchungen hin. Vermutet wird, dass es bei Essstörungen genetische Einflüsse gibt, die denen bei Angsterkrankungen und Depressionen ähneln.

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