Die Erkenntnis, meinen Ex-Freund nicht mehr zu brauchen

Die Erkenntnis, meinen Ex-Freund nicht mehr zu brauchen

Morgens bist du zu mir gekommen, um dann für immer zu verschwinden. Ohne Vorwarnung hast du, mein jetziger Ex-Freund, mich verlassen. „Ich liebe dich nicht mehr. Komm damit klar!“, waren deine Worte. Mein Freund, mein bester Freund und mein Seelenverwandter waren von jetzt auf gleich durch die Tür marschiert und weg. „Und jetzt?“, dachte ich - „ich kann doch gar nicht ohne diesen Typen leben“.  

 

Wie fühlt es sich direkt nach der Trennung an?

Glaub es mir, ich habe Tag und Nacht geheult: in der Dusche, im Bus, beim Shoppen, sogar im Club. Ich war am Boden zerstört. Ich hab die Stunden, Minuten und Sekunden gezählt, die seitdem du gegangen bist, vergangen waren. Ich bin zu Hause auf und ab gelaufen, konnte nicht ruhig sitzen. Und dauernd warst du online. Aber du hast mir einfach nicht mehr geschrieben, mich nicht mehr angerufen. Mir keine doofen Fotos von dir geschickt. Mir keine lustigen Sprachnachrichten geschickt. Aber ich wollte dir doch erzählen, wie es mir geht, dass ich furchtbar traurig bin. Dass ich mich mit meiner Freundin gestritten habe und nun deinen diplomatischen Rat brauche. Außerdem wolltest du mir doch noch das Bild in meinem Zimmer aufhängen. Und die Hochzeit? Wir sind doch eingeladen, du auch. Außerdem fahren wir doch auch bald zusammen in den Urlaub?!

 

Wie verhält sich mein Ex-Freund nach der Trennung?

Aber du lädst ständig nur neue Fotos hoch, breit grinsend, auf jedem Bild. Als wäre nichts gewesen, als würdest du ganz normal weitermachen. Bist du echt so gefühlskalt? Geht es dir echt so gut? Ein Bild, zwei Bilder und dann waren es irgendwann zu viele. An Tag 25 hab ich es dann einfach nicht mehr ausgehalten, deine Fratze, deine wunderschöne, scheiß Fratze, die mich mal so glücklich gemacht hat, zu sehen. Ich hab dich gelöscht! Erst Instagram, dann Facebook und Snapchat. Und dann jeden Tag auch ein bisschen mehr aus meinen Gedanken und irgendwie auch aus meinem Leben. Wie oft ich trotzdem noch das Handy in der Hand hatte und dir wie aus Reflex schreiben wollte, weil irgendwas passiert war, dass ich dir so gern erzählt hätte? Hundert mal! Wie oft ich dich in den letzten Monaten gebraucht hätte? Dich um deinen Rat fragen wollte? Tausend mal! Wie oft ich dir geschrieben habe ohne es abzuschicken? 80 Mal!

 

Wann hört der Liebeskummer wirklich auf?

Eben bin ich aufgewacht, es ist Tag 80 - ohne dich. Noch immer zähle ich die Tage, als würde ich etwas abarbeiten oder auf etwas hin fiebern. Es ist mittlerweile Sommer geworden, die Sonnenstrahlen scheinen mir durch die kleine Spalte der Rollos direkt ins Gesicht. Es ist der erste Tag, an dem ich mit einem anderen Bauchgefühl aufwache – ein gutes, besseres Gefühl. Heute ist die Hochzeit. Ich freue mich sehr. Habe mir letzte Woche ein tolles Kleid gekauft für heute. Ich werde ohne dich gehen. Denn ich brauche dich nicht, das weiß ich jetzt. Ich brauche dich nicht um diesen tollen Tag zu genießen, ich brauche dich nicht als Begleitung auf der Hochzeit und auch nicht als Begleitung in meinem Leben. Ich brauchte dich nie. Ich brauche niemanden an meiner Seite, um glücklich zu sein. Danke 81. Tag. Ich weiß jetzt worauf ich hin gefiebert habe: Auf heute! Und morgen ist nur noch Sonntag.

Eure Luiza (23)

Die Erkenntnis, meinen Ex-Freund nicht mehr zu brauchen