Computerspieler läuft Amok in der Schule!

Der 18-Jährige auf seiner Webseite
Der 18-Jährige auf seiner Webseite

Erst baute er seine Schule in einem Ballerspiel nach - jetzt lief er wirklich Amok!

Montagmorgen gegen 9:30 Uhr in der Geschwister-Scholl-Schule Emsdetten (Münsterland): Bastian B. (18), ein ehemaliger Schüler stürmt mit vermummtem Gesicht und in dunklem Anzug in die Schule.

Um seinen Körper hat er Rohrbomben geschnallt, weitere sind in der Schule verteilt. Er schießt einer Lehrerin mit einer Gaspistole ins Gesicht, verletzt den Hausmeister und mehrere Schüler.

Was sich wie ein Film anhört, ist entsetzliche Realität. Die genauen Hintergründe der Bluttat, ein Jahr nach seinem Abschluss, sind noch unklar. Sicher ist: Der 18-jährige ist mehrfach sitzengeblieben, wurde oft von Mitschülern geärgert und verprügelt.

Bereits im Jahr 2004 suchte er im Internet Hilfe. In einem Beratungsforum schreibt er:

" Ich denke das der ganze Dreck damit anfing, das einer von der Hauptschule (Ich bin auf real) nach Schulschluss zur unserer Schule kam, und mich schlagen wollte, keine Ahnung warum, vielleicht hat ihm meine Gesicht nicht gepasst, oder ich stand auf seinem Schatten.

Ich habe mich versteckt, seitdem hatte Ich Angst. Diese Angst schlägt so langsam in Wut um. Ich fresse die ganze Wut in mich hinein, um sie irgendwann auf einmal rauszulassen, und mich an all den Arschl**hern zu rächen, die mir mein Leben versaut haben. Ich meine diese "ganz harten", die meinen sie müssten mit 12 in der Ecke stehen und sich zuqualmen. Das sin die die immer nur auf die schwächeren gehen können.

Für die, die es noch nicht genau verstanden haben: Ja, es geht hier um Amoklauf!

Ich weiss selber nicht woran ich bin, ich weiss nicht mehr weiter, bitte helft mir."

Auf seiner Website präsentierte sich der Schüler auf Fotos in Kampfanzug und mit Waffen, in einem Chemieforum hat er nach Bauanleitungen für Rohrbomben gesucht. In ein deutsches Videoportal hatte er sogar Clips hochgeladen, in denen er wild um sich schießend durch den Wald lief. Die Videos wurden inzwischen entfernt und seine private Website abgeschaltet.

Erinnerungen an den Amoklauf in Erfurt (2002) werden wieder wach. Wie der damalige Amokläufer Robert Steinhäuser war auch der 18-jährige Täter aus Emsdetten ein Einzelgänger, hat sich immer mehr zurückgezogen und hauptsächlich Computerspiele wie "DOOM 3" gespielt. Für "Counterstrike" baute er sogar seine Schule nach um dann im Spiel schießend umherzulaufen.

Am Montag hat er dies wahr gemacht. Er wurde tot in der Schule aufgefunden und hinterließ 37 Verletzte.

Wie zu erwarten, wird nun auch wieder der Ruf nach einem Verbot für "Killerspiele" laut. Dass die betroffenen Spiele ohnehin keine Jugendfreigabe haben und Filme wie z.B. der neue James Bond (freigegeben ab 12 Jahren!) wesentlich brutaler sind, scheint die Politiker nicht zu interessieren. Es ist eben einfacher nach einem Schuldigen zu suchen, als sich um die wirklichen Probleme zu kümmern.

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Sind brutale Computerspiele schuld an solchen Tragödien? Schreib deine Meinung ins Board!

Dr. Sommer:

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