Im Stadion: Angst vor Ultras? Unterschied zwischen Ultras und Hooligans?

Die Südtribüne im BVB-Stadion mit Ultras und jeder Menge Fans

Ultras sind im Stadion eine sehr auffällige, laute und aktive Fangruppe. Unser Leser Jonas hat sich ohne es zu wissen eine Karte für den "Ultra-Block" in Dortmund gekauft und möchte wissen, ob er sie lieber zurückgeben sollte. Und ob man generell Angst vor Ultras haben muss. Lest hier die Antwort des Gurus und zusätzlich, was der Unterschied zwischen Ultras und Hooligans ist.

Die Frage des Tages von BVB-Fan Jonas:

Hallo BRAVO SPORT-Team!

Könntet ihr mir bitte Ratschläge geben, weil ich zum aller ersten Mal im Stadion bin. Ich bin seit 2010 BVB Fan, jetzt habe ich mir eine Dauerkarte für Block 13 gekauft – und habe mit Schrecken erfahren, dass dort die Ultras vom BVB stehen. Wie soll ich mich verhalten? Was soll ich machen? Soll ich den Verein mit Gesängen unterstützen oder nicht? Soll ich zum Spiel gehen oder die Dauerkarte verkaufen? Was ist der Unterschied zwischen Ultras und Hooligans?

Die Antwort des Gurus: Keine Angst im Ultra-Block

Choreo der Dortmunder Fankurve
Choreo der Dortmunder Fankurve

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Vor Ultras muss man im Allgemeinen keine Angst haben. Die Dauerkarte wieder zu verkaufen ist absolut nicht nötig. Es gibt zwar immer wieder Vorfälle, in die Ultras verwickelt sind. Die Gruppierungen an sich sind aber nicht gewalttätig und suchen die Gewalt im Normalfall auch nicht. Schon gar nicht gegen Fans des eigenen Vereins. Im Block des harten Kerns der [search:fans]Fangruppen[/search] sollte man als Neuling dennoch etwas vorsichtig sein, um ein Gespür für das Verhalten im Block zu bekommen.

Wenn man die ersten Male im Stadion ist, empfiehlt es sich relativ früh da zu sein. In Dortmund ist der Block 13 zum Beispiel oft sehr voll. Je früher man da ist, desto eher kann man sich einen Platz aussuchen. Am Besten versucht ihr einen Platz am oberen Rand des Blocks zu bekommen. Unten am Zaun stehen viele "Hardcore-Fans", die bei Toren oder brenzligen Situationen gerne mal auf den Zaun zustürmen. Dabei passiert in der Regel nichts. Wenn man das aber nicht kennt, kann es schnell beängstigend wirken. Die Mitte des Blocks ist zu Beginn der "Fan-Karriere" auch nicht empfehlenswert. Oft sind dort Gruppen, die schon seit Jahren ihre Stammplätze haben. Und dort werden auch am ehesten Bengalos oder Rauchbomben gezündet, weil dort viele Menschen eng beisammen stehen und die Täter weniger leicht zu identifizieren sind. Davon sollte man sich möglichst fernhalten, da die Fackeln ziemlich heiß werden können.

Wir empfehlen also, erstmal Plätze am oberen Rand des Blocks zu suchen. Von dort aus kann man dann beobachten, was im Block so abgeht und sich dann im Lauf der Saison seinen Stammplatz suchen. Ansonsten kann man sich natürlich verhalten wie in jedem anderen Block auch. Fangesänge und die Unterstützung der eigenen Mannschaft sind Pflicht!

Was machen Ultras im Stadion?

Ein "Capo" der Dortmunder Ultras beim Auswärtsspiel
Ein "Capo" der Dortmunder Ultras beim Auswärtsspiel

Ultras fallen im Stadion aus mehreren Gründen auf. Was als erstes ins Auge oder besser ins Ohr fällt, ist der Vorsänger. Der sogenannten "Capo" gibt mit einem Megaphon oder Lautsprecher-Anlagen die Gesänge vor, die die Fans dann weitertragen. Meistens steht er mit dem Rücken zum Spielfeld und auf einer erhöhten Position vor dem Block. Was ebenfalls auffällt, ist dass Ultras im Normalfall keine Trikots oder andere Fanartikel des Vereins tragen, sondern selbst produzierte Kleidung anhaben. Außerdem sind Doppelhalter und Fahnen Bestandteil der Ultra-Kultur.

Bedingungslose Unterstützung des eigenen Vereins ist das, weswegen Ultras ins Stadion gehen. Dazu gehören neben den Dauergesängen auch Choreos, die oft aufwändig vorbereitet werden. Dafür sind die Bilder, die mit Pappschildern, farbigen Plastikbahnen etc. erzeugt werden auch absolut sehenswert. Bengalos und Rauchbomben werden ebenfalls immer wieder zur Unterstützung eingesetzt, auch wenn das Zünden dieser Feuerwerkskörper in den Stadien verboten ist. Ultras sind also nicht nur harmlos und viele von ihnen nehmen Gelegenheiten zu Prügeleien oder Auseinandersetzungen gerne wahr. Man kann dem aber üblicherweise gut aus dem Weg gehen. Harmlose Fans werden von Ultras in Ruhe gelassen.

Was ist der Unterschied zwischen Ultras und Hooligans?

Hooligan-Ausschreitungen in Polen
Hooligan-Ausschreitungen in Polen

Auch wenn sie äußerlich teilweise schwer zu unterscheiden sind, weil sowohl Ultras als auch Hooligans gerne schwarz tragen, gibt es gewaltige Unterschiede. Der Wichtigste ist auf jeden Fall die Gewaltbereitschaft. Für Ultras ist Gewalt kein grundlegender Bestandteil ihrer Kultur. Bei Hooligans sind Ausschreitungen und Auseinandersetzungen mit Hools der Gegner einer der Hauptgründe um ins Stadion zu gehen. Fußball ist für Hools oft nur der Anlaß zu Prügeleien mit "Feinden" und der Polizei.

Außerdem treten Hooligans häufiger im Umfeld der Nationalmannschaften auf. Für Ultras ist aber der Verein das Wichtigste, weswegen sie bei Länderspielen kaum in Erscheinung treten. Hools treffen sich darüber hinaus auch mit anderen Hools zu Schlägereien, wenn überhaupt kein Fußballspiel ansteht.

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