Extremsport Cliff-Diving

Krass: Die Falldauer aus 27 Metern beträgt nur 2,34 Sekunden!

Jeder Sprung geht ins Ungewisse! Denn: Der Extremsport Cliff-Diving ist ein Zusammenspiel von menschlicher Kraft mit den physikalischen Gesetzen der Natur. Und die sind während des Falls nicht beeinflussbar!

Wer schon einmal an der Absprung-Kante eines Zehn-Meter-Turms stand und voller Ehrfurcht nach unten geblickt hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie sich die verrückten Klippenspringer vor dem Schritt ins „Nichts“ fühlen. Die Sprung-höhe ist bei diesem Extremsport allerdings noch mal um ein Vielfaches größer. Für die Cliff-Diver der pure Nervenkitzel!

Wie vom Hochhaus: Die absoluten Experten springen schon mal aus einer Höhe von bis zu 27 Metern. Das entspricht einem acht- bis neunstöckigen Hochhaus! Die beim Sprung erreichte Geschwindigkeit ist immens! Klar, dass schon der kleinste Fehler bei der Ausführung bestraft wird. Das bekam auch der kolumbianische Top-Springer Orlando Duque (38) zu spüren: „Ich konnte mich nach einer ­harten Landung kaum alleine aus dem Wasser ziehen.“ Perfektes Körpergefühl und absolute ­Konzentration sind wegen der Sprunghöhe und der unglaublichen Wucht bei der Landung ­extrem wichtig. Die Kraft, die beim Eintauchen auf den Körper wirkt, ist neun Mal größer als beim Sprung vom Zehn-Meter-Turm. ­Jeder Sprung birgt für die Diver ­also ein Risiko. Denn: Die phy­si­kalischen Gesetze der Natur ­lassen sich nicht außer Kraft setzen.

WM-Premiere: Bei der Schwimm-Weltmeisterschaft 2013 in Barcelona war das Cliff-Diving zum ersten Mal offizielle Disziplin. Weltmeister wurde – na klar – Orlando Duque mit einem Sprung aus 27 Metern Höhe.

 

Absprung

 

Nervenkitzel pur! Der Cliff-Diver stürzt sich in die Tiefe!
Nervenkitzel pur! Der Cliff-Diver stürzt sich in die Tiefe!

 

Cliff-Diver springen aus bis zu 27 Metern Höhe. Für die ganze Strecke bis zum Eintauchen ins Wasser braucht der Springer dabei nur 2,34 Sekunden. Die Absprungphase ist dabei von enormer Bedeutung! Wegen der unterschiedlichen Formen der Felsen muss der Athlet oft weit nach vorne abspringen, um nicht an den Klippen zu zerschellen. Außerdem stabilisiert er schon hier seinen Flug.

 

 

Flugphase

 

Im Fall darf der Diver niemals die Kontrolle verlieren.
Im Fall darf der Diver niemals die Kontrolle verlieren.

 

Je länger der freie Fall dauert, desto größer wird die Beschleunigung. Erreicht der Springer bei einem Zehn-Meter-Sprung „nur“ 50 km/h, sind es bei 27 Metern schon 83 km/h. Alles darüber wird lebensgefährlich, weil der Jump dann kaum noch zu steuern ist. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit wäre nach sieben Sekunden erreicht: 198 km/h. Dann würde der Luftwiderstand die Erdanziehung ausgleichen. Ohne Luft geht’s also wesentlich schneller: Felix Baumgartner erreichte beim „Red Bull Stratos“-Sprung unglaubliche 1.342 km/h – allerdings im Raumanzug.

 

 

Eintauchen

 

Der Diver muss unbedingt mit den Füßen zuerst ins Wasser eintauchen. Sonst besteht Lebensgefahr!
Der Diver muss unbedingt mit den Füßen zuerst ins Wasser eintauchen. Sonst besteht Lebensgefahr!

 

 

Durch Bewegung wird das Wasser weicher.
Durch Bewegung wird das Wasser weicher.

 

Wenn ein 1,80 Meter großer Springer aus 27 Metern Höhe auf das Wasser trifft, braucht er nur 4 Meter Wassertiefe, um auf „null“ abzubremsen. Dabei wirkt das Neunfache des Körpergewichts auf den Springer (80 kg = 720 kg). Wegen dieser extremen Belastung sind Kopfsprünge bei Cliff-Divern praktisch nie zu sehen. Eine „Arschbombe“ ist auf jeden Fall lebensgefährlich! Wichtig: Um die Oberflächen­spannung des Wassers zu verringern, wird sie mit einem Wasserstrahl gebrochen.

 

 

Achtung! Lebensgefahr!

 

Diver und Rettungstaucher geben sich das Zeichen, dass alles geklappt hat.
Diver und Rettungstaucher geben sich das Zeichen, dass alles geklappt hat.

 

Kein Kopfsprung! Durch die hohen Kräfte, die beim Eintauchen auf den Körper wirken, würde ein Kopfsprung aus derartigen Höhen tödlich enden.

Spot checken! Vor dem Sprung muss auf jeden Fall die Wassertiefe überprüft werden! Eine Mindesttiefe von fünf Metern ist Voraussetzung.

Nie Alleine springen! Falls beim Sprung doch etwas passiert, sollten auf jeden Fall Rettungstaucher vor Ort sein, die sofort eingreifen können.

 

 

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