BRAVO goes Grönland: Der spannende Reisebericht!
Kangerlussuaq, 7. August 2009:
Nach vier Stunden Flug sind wir endlich in Grönland angekommen. Wir, das sind Christina Mayr (14), Tim Rössig (14), Katrin Tochtermann (15), Isabella Schmitz (14), Fotograf Bernd Huber (40), Organisatorin Tania Fecht (38), Michalis Pantelouris (38) und ich, BRAVO-Reporter Oliver Kienzle (32). Es ist verdammt warm hier: In Grönland herrscht T-Shirt-Wetter – und wir haben Thermo-Hosen, Ski-Unterwäsche, Handschuhe, fette Stiefel, gefütterte Hosen und dicke Jacken im Koffer. Aber die warmen Klamotten werden wir heute Abend beim Zelten im Klima-Camp noch brauchen!
Kangerlussuaq (dt.: langer Fjord): 500 Menschen leben hier, die Stadt besteht nur aus dem Flughafen, einem Mini-Hotel, einer Post, einem Supermarkt, einer Pizzeria, einer Straße, drei Wohnbaracken. Zwei Berge und ein Fjord kesseln die Siedlung ein. Wer hier weg will, muss ins Flugzeug steigen oder das Schiff nehmen. Im Winter, wenn es schneit (hier fällt weniger Schnee und Regen als in Deutschland – laut unserem deutschsprachigen Tour-Guide Renè - ca. 125 mm im Jahr), fahren die Menschen mit Hundeschlitten oder Snow-Mobilen in die nächste Stadt.
Wir schalten unsere Handys an, wollen schnell eine SMS nach Hause schicken, um unseren Freunden und Eltern Bescheid zu geben, dass wir nach vier Stunden Flug sicher gelandet sind. Aber die Dinger funktionieren nicht – kein Empfang! Ich (BRAVO-Reporter Oliver Kienzle) schließe extra einen grönländischen Handyvertrag ab, damit wir wenigstens auf der Insel mit unseren Tour-Guides Verbindung aufnehmen können). Das Starter-Paket von Tele Grönland gibt es in der Post für 400 dänische Kronen (ca. 38 Euro).
Unser Reise-Guide René (46) – ein Däne – lädt die Koffer auf einen grünen Offroad-Truck. Wir brettern los zum Klima-Camp! Über die längste Straße Grönlands (35 Kilometer) – eine ehemalige Auto-Teststrecke von VW!
Es ist total krass: Grönland sieht hier ganz anders aus, als wir es uns vorgestellt haben: Gras bewachsene Hügel, kleine tiefblaue Seen. Die Sträucher am Wegesrand werden immer wenig, und plötzlich fahren wir mitten durch eine Sandwüste. Die Hitze, der Staub – wie bei einer Safari durch Afrika. Nach einem Picknick (Quellwasser, Salamibrot, Rentierfleisch, ein mit Marmelade gefülltes Kuchenstück). Keine Industrie, nur wenige Autos: Die Luft hier ist viel sauberer als in Deutschland – nicht so verpestet.
Ab jetzt geht es zu Fuß weiter: Wir klettern einen Berg hoch. Und dann endlich, nach einem 45 Minuten langen Marsch stehen wir das erste Mal vor einer Wand aus Eis "Es ist total überwältigend, vor dieser gigantischen Eiswand zu stehen", staunt Katrin. Hier beginnt das Inlandeis Grönlands – ein gigantischer Eispanzer: 600 Kilometer breit, 2.500 km Kilometer lang, 3500 Meter dick. Deutschland passt sechsmal in den Eisschild, der die Insel fast komplett überzieht. Und unser höchster Berg, die Zugspitze, würde komplett darin versinken. Risse, die wie ein Spinnennetz aussehen, durchziehen die Eiswand. Wir hören es knacken. Ein Donner – plötzlich rutschen Eisbrocken von der Wand, crashen in einen Schmelzwasserfluss und werden weggespült.
17 Uhr: Endlich! Wir sind im Klima-Camp angekommen (drei weiße Indianerzelte, ein grünes Versorgungszelt). Wir müssen unsere Betten aufbauen und Wasser holen, damit wir uns morgen waschen können. Unser Tour-Guide René kippt Holzkohle in einen Grill: Barbecue. Wir essen Rentier- und Wal-Steaks, Moschusochsen-Frikadellen, Lamm-Kottelets. Dazu: gemischter Salat, Ketchup, Hotdog-Brötchen.
So langsam packen wir auch unsere dicken Jacken aus – jetzt ist es ganz schön frisch hier. Wir sammeln Holz für ein Lagerfeuer, wärmen unsere Hände, erzählen Gruselgeschichten. Ein langer Tag liegt hinter uns, und wir sind auch schon ganz schön müde. Wir kriechen in unsere Schlafsäcke – in Jeans, Pulli und Fleece-Jacke. Die Nacht ist bitterkalt, unsere Gesichter eisig. Uns fallen die Augen zu – der erste Grönland-Tag geht zu Ende.