Ist sie magersüchtig?

Ist sie magersüchtig?

Johanna, 15: Seit dem letzten Sommer hat meine Schwester (14 Jahre) elf Kilo abgenommen. Sie wiegt jetzt 45 Kilo bei einer Größe von 1,65 m und findet sich trotzdem noch zu dick - obwohl ich ihre Rippen schon sehen kann. Jeden Tag streiten sie und meine Mutter sich, weil Mama sich so große Sorgen macht. Meine Schwester redet nur noch davon, wie fett sie ist und wo sie schon wieder zugenommen hat. Sie wiegt sich ständig, isst kaum bis gar nichts und ihre Regel ist schon ausgeblieben. Wie kann ich ihr nur helfen? Zum Arzt will sie nicht gehen. . .

Dr.-Sommer-Team: Sag Ihr, dass Du Dir Sorgen machst

Liebe Johanna,

Die Sorge um Deine Schwester ist wirklich berechtigt. Ihre Gewichtsabnahme, ihr Verhalten und die körperlichen Auswirkungen deuten recht klar auf eine Essstörung hin. Denn dass sogar schon ihre Regelblutung ausgeblieben ist, ist ein Zeichen, dass ihr Körper bereits wegen des Untergewichts auf eine Art Notprogramm umgestellt hat. Das kannst Du ihr erklären. Und auch, dass Magersucht die Essstörung ist, die mit den meisten Todesfällen endet. Einige Betroffene wachen nach dieser Information auf und wollen etwas ändern. Andere hören leider nicht auf solche Warnungen.

Das Gemeine an einer Essstörung wie der Magersucht ist, dass Betroffene sich selber ganz anders wahrnehmen, als die Menschen um sie herum. Sie denken wirklich, dass sie noch zu dick sind – auch wenn sie in Wirklichkeit schon viel zu dünn sind. Deshalb ist es so schwer, Magersüchtigen zu helfen – weil sie weiter abnehmen wollen und sich nicht als krank sehen.

Was Du trotzdem tun kannst ist:

Lass Dich nicht auf Gespräche über ihr Gewicht, über Diäten, Essen oder Kalorien ein. Bestätige ihr nicht, dass sie abgenommen hat. Sag ihr, dass Du Dir große Sorgen um sie machst und gib ihr die Adresse von einer Beratungsstelle für Menschen mit Essstörungen – auch wenn sie diese Information ablehnt. Leg ihr zum Beispiel einen Zettel mit der Internet-Adresse von ANAD e.V. hin. So heißt ein Verein, der Betroffene und Angehörige von Menschen mit Essstörungen berät. Es gibt aber auch noch viele andere Adressen in Deutschland, die Du im Internet findest. Vielleicht sucht sie doch irgendwann (heimlich) den Kontakt zu solchen Fachleuten. Mehr kannst Du nicht für Deine Schwester tun und das genügt auch. Du fühlst Dich zwar für sie verantwortlich, aber Du bist es nicht – auch nicht als große Schwester.

Gut wäre, wenn Deine Eltern sich professionelle Hilfe holen würden, damit sie richtig auf die Krankheit Deiner Schwester eingehen. Das ist nämlich vor allem ihre Aufgabe, und nicht Deine. Wir wünschen Dir die Kraft, dieses Gefühl der Ohnmacht auszuhalten und hoffen, dass Du jemanden hast, mit dem Du im Alltag darüber reden kannst. Denn auch Du solltest mit Deinen Sorgen nicht allein bleiben.

Dein Dr.-Sommer-Team

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Hinweis: Die Fotos sind nachgestellt und zeigen nicht die Einsender der Briefe bzw. Mails.

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