5 Frauenarzt-Mythen: Das passiert wirklich beim Frauenarzt!

Am Anfang steht immer ein nettes Gespräch!
Am Anfang steht immer ein nettes Gespräch!

Der erste Besuch beim Frauenarzt steht vielen Mädchen etwas bevor. Klar. Denn oft geht es dort um sehr persönliche Themen und Anliegen, die sie dann mit jemand erwachsenem teilen sollen, den sie bisher nicht kennen. Außerdem stellen es sich viele Mädchen peinlich oder unangenehm vor, sich gynäkologisch untersuchen zu lassen. Doch das ist gar nicht in jedem Fall erforderlich. Wir erklären, welche Gerüchte oder Vorbehalte es gibt und was wirklich passiert.

 

Mythos 1: Die Scheide wird immer gynäkologisch untersucht!

Eine Untersuchung der Vagina auf dem gynäkologischen Stuhl ist bei einem ersten Besuch normalerweise nicht erforderlich, wenn die Patientin keine Beschwerden hat. Manche Ärzte machen die Untersuchung jedoch aus Routine und um ganz sicher zu gehen, wenn sie dem Mädchen einen umfassenden Bericht über seinen Gesundheitszustand geben möchten. Hat ein Mädchen jedoch keine Probleme und lehnt es eine Untersuchung ab, wird das immer respektiert.

Die allermeisten Gynäkologen sprechen beim ersten Termin erst mal nur mit dem Mädchen, erklären einiges über den Körper, die Regel, mögliche Impfungen und so weiter. Und sie stellen einige Fragen, um einschätzen zu können, ob das Mädchen gesund und altersgerecht entwickelt ist.
Übrigens:  Wenn Du die Pille oder ein anderes hormonelles Verhütungsmittel haben möchtest, geht das in den meisten Fällen auch ohne Untersuchung der Scheide.

Mythos 2: Die gynäkologische Untersuchung tut weh!

Jeder Arzt und jede Ärztin ist darauf bedacht, dass die Untersuchung für die Patientin entspannt verläuft. Das Abtasten der Brust tut schon mal gar nicht weh und ist auch nur erforderlich, wenn die Patientin hier über Beschwerden klagt.

Die gynäkologische Untersuchung der Scheide geht normalerweise ganz schnell.
Die gynäkologische Untersuchung der Scheide geht normalerweise ganz schnell.

Sollte die Scheide zum ersten Mal untersucht werden müssen, erklärt eigentlich jeder Arzt vorher, was er macht und wozu das gut ist. Ärzte haben viel Erfahrung darin, wie sie eine sanfte Untersuchung auch bei Mädchen machen können, die noch keinen Sex hatten. Dazu ziehen sie einen Handschuh an und machen etwas Gleitmittel auf den Finger, damit er sich leicht einführen lässt. Eine Hand tastet dann von außen den Bauch ab. Und zusammen mit dem Finger von innen kann der Arzt dann ertasten, ob Gebärmutter und Eierstöcke unauffällig sind.

In einigen Fällen ist eine Untersuchung mit einem sogenannten Spekulum hilfreich. Das ist eine Klammer, die für einen besseren Blick auf den Muttermund die Scheidenwand etwas auseinander hält, sodass der Arzt in der Mitte der dieser Klammer hindurchgucken kann. Diese Teile gibt es in extra klein für junge Frauen.

Ein Spekulum! Sieht komisch aus, ist aber halb so wild...
Ein Spekulum! Sieht komisch aus, ist aber halb so wild...

Das Einführen fühlt sich komisch an, ist aber nicht schlimm. Sollte es ein Mädchen widererwartend doch sehr unangenehm finden, muss es das sagen. Wobei jeder Arzt schon am Körper merkt, wenn sich ein Mädchen aus Angst verkrampft. Der Arzt wird dann nicht weiter machen sondern nach einer anderen Lösung suchen.

Die meisten Mädchen sagen jedoch hinterher, dass es gar nicht schlimm war und viel entspannter, als sie es befürchtet hatten.

Mythos 3: Deine Eltern erfahren, was Du gefragt hast!

Ein Arzt hat auch gegenüber den Eltern einer Jugendlichen Schweigepflicht, es sei denn, eine Patientin ist wirklich in Gefahr. Das heißt: Bei dem Verdacht auf Missbrauch oder einer ernsthaften körperlichen Erkrankung muss der Arzt die Eltern informieren, damit sie das Kind schützen können.
Ansonsten muss ein Arzt alles was Du mit ihm besprichst für sich behalten. Sogar, dass Du bei ihm warst, falls da mal jemand nachfragt. Da fängt Schweigepflicht schon an.  

Etwas blöd ist es für privat versicherte Jugendliche, da die Rechnung für die Behandlung an die Eltern geht und diese einer Kostenübernahme vorher zustimmen müssen. Heimlich zum Arzt zu gehen ist dann schwer. Außer, man zahlt die Rechnung selber. Eine blöde Situation. Wenn Du über Deine Eltern privat versichert bist, kannst Du bei Deiner Krankenkasse anrufen und fragen, wie es dort gehandhabt wird.

Mythos 4: Frauen sind bessere Gynäkologen als Männer!

Natürlich gibt es viele Mädchen und Frauen, die zu Recht denken: Eine Frau weiß wenigstens, wie sich das alles anfühlt. Dann geh ich lieber da hin. Oder: Eine Frau versteht mich besser. Es ist völlig okay, seine Entscheidung auf dieser Basis zu treffen.

Es gibt aber auch ganz viele Mädchen und Frauen, die sich für einen männlichen Gynäkologen entscheiden und sich dort auch wunderbar aufgehoben fühlen. Manche denken zum Beispiel: Die sind besonders vorsichtig, weil sie ja Männer sind und der Patientin auf keinen Fall wehtun wollen. Das ist gut möglich, trifft aber auch auf Frauen zu.

Entscheidend sollte bei der Auswahl sein, dass man den Arzt kompetent und nett findet. Schließlich muss er ja ein Mensch sein, dem Du auch ganz intime Sachen erzählst und der Dir darin weiter helfen kann. Ob Mann oder Frau ist zweitrangig. Fakt ist, dass es immer mehr Gynäkologinnen gibt und die Männer in dem Beruf in die Unterzahl geraten sind. Das hat aber mit „gut oder schlecht“ nichts zu tun, sondern es ist einfach ein gesellschaftlicher Wandel.

Mythos 5: Frauenätze finden, Jugendliche sollten noch keinen Sex haben!

Vielleicht bist Du noch eine junge Jugendliche und willst mit 13 oder 14 Jahren die Pille haben. Da scheuen manche Mädchen davor zurück, deswegen schon zum Arzt zu gehen. Sie befürchten, dass der Arzt ihnen Vorwürfe macht und ihnen erzählt, dass sie noch viel zu jung für Sex seien.  
Das würde aber normalerweise kein Arzt tun. Der Grund dafür ist ganz einfach: Eine der wichtigsten Aufgaben eines Arztes ist es, Dir dabei zu helfen, dass Dein Körper gesund bleibt. Und das beinhaltet auch, Dich darin zu unterstützen, Dich vor einer sehr frühen Schwangerschaft zu bewahren – in dem er Dir ein sicheres Verhütungsmittel verschreibt.

Ärzte sind also froh, wenn ein Mädchen verantwortungsbewusst in die Praxis kommt und sich gewissenhaft um sichere Verhütung kümmert.
Selbst wenn ein Arzt privat denkt, dass er Dich zu jung findet, würde er das in der Praxis nicht als Vorwurf formulieren. Falls Du doch an jemanden gerätst, bei dem Du Dich aus irgendwelchen Gründen nicht richtig gesehen oder unwohl fühlst, kannst Du zu einem anderen Arzt wechseln. Das ist Dein Recht auch als Jugendliche.

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Die meisten Gynäkologen haben jedoch einenfreundlichen oder gar liebevollen Blick auf ihre jungen Patientinnen. Außerdem möchten sie ja auch, dass Du wiederkommen magst. Also hab keine Angst. Und wenn Du ein blödes Gefühl hast, sprich es an. Das kann jeder nachvollziehen und ein Gespräch darüber räumt viele Zweifel aus dem Weg.  

 

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